Auflösung einer Imkerei

    • Auflösung einer Imkerei

      Im Frühjahr meldete sich ein "Neuimker" bei mir um seine Imkerei aufzulösen.
      Alles sollte verkauft werden. Ich habe ihm ein Gesamtangebot gemacht und wir waren uns sofort einig.
      1 Bienenvolk war noch vorhanden. Nach seinen Aussagen sehr stark.
      Wir haben einen Termin zwecks Verbringen des Bienenvolkes und alle Utensilien zu mir.
      Für alle imkerlichen Geräte hatte ich schon Abnehmer. Ich wollte dann das Bienenvolk übernehmen.
      Sofort nach dem Aufstellen der Bienen am neuen Standort bei mir am Haus habe ich im Beisein des Imkers die Beute geöffnet.
      Nur mit brachialer Gewalt konnte ich den Deckel bzw. die obere Zarge lösen.
      Nach einigen Fragen gestand der Imker, dass er im Herbst letzten Jahres nicht abgeschleudert und nicht mehr ins Volk reingeschaut hatte.
      Ich bekam die Beute nebst Bienen geschenkt und habe am selben Tag noch alles abgetötet und gereinigt.

      Ich will hiermit sagen: Imker, die keine Zeit für die Bienenhaltung haben gibt es viele.
      Deren Bienenvölker entwickeln sich langfristig zum Seuchenherd für die umliegenden Bienenstände.
      Diese Herde ausfindig zu machen ist sehr schwer.
      Wäre dieser Imker mein Komplettangebot nicht eingegangen und alle Gerätschaften einzeln verkauft, hätte das Volk noch lange unerkannt dahinvegetiert.
      Tierschutz steht hier dann wohl an letzter Stelle, oder?

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      Euer Bienenrudi ;)

      Klugheit ist, die Kunst zu Erkennen, was man übersehen muß. (W. James)
      Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten! (Katharina von Siena)
    • Danke für die Fotos Rudi.

      Dass das Sch.... aussieht und sich auch so anhört, stimme ich absolut zu.
      Das alleine wäre aber für mich aber noch nicht der Grund gewesen, das Volk zu töten, zumal gar kein Volk zu erkennen ist, nur ein paar Einzelbienen (Ich kann das Bild nicht gut genug vergrößern). Die Schnecke ist ein Aasfresser - es werden also genug Tote vorhanden gewesen sein. Im Überbau hatten sie aus Platzmangel gebrütet.

      Was genau hast Du denn auf den Waben vorgefunden? Konnte man denn noch von einem Volk reden oder waren es nur Restbienen? Wie sahen Bienen und Brut aus? Hat es gestunken? ...

      Es kommt ja aber auch auf den Zeitpunkt an, wann man ein derart heruntergewirtschaftetes Volk übernimmt.
      Ich hatte einen ganzen Stand in einem derart desolaten Zustand zur Pflege übernommen (der Überbau war noch heftiger, sie saßen sämtlichst auf einer Zarge, alle Völker waren abgeschwärmt) und erfolgreich aufgepeppelt, das war allerdings gerade noch rechtzeitig, um die Bienen frühzeitig behandeln, halbwegs auf frische Waben setzen und einfüttern zu können. Alle Völker konnten sauber durchlenzt werden und blieben erhalten. Im Herbst wäre das allerdings nicht mehr machbar gewesen.

      Vor dem Gesetz sind Tiere Sachen - das ist nicht fair!!!
    • Der Gesundheitszustand war ok.
      Das Volk war vernachlässigt worden.
      Es waren zwei Wabengassen mit mäßig Bienen besetzt.
      Futter / Honig in Übermaß.
      Waben in sehr schlechtem Zustand und alt.
      Da ich nicht an jedem Volk hänge und extensiv arbeite
      gab es für mich nur die Auflösung dieser Einheit.
      Euer Bienenrudi ;)

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