Beiträge von fibroin

    Vielleich dazu ein Gedanke, der nicht zum Thema gehört und diesen Thread abschließen könnte.

    In Deutschland gibt es laut Deutscher Imkerbund rund 150.000 Imker. Von dieser Menge sind hier im Forum nur eine Hand voll vertreten. Um in einem Forum mitzuarbeiten, ist es nötig, sich schriftlich mit seinen Gedanken äußern zu können. Das ist scheinbar nicht vielen gegeben. Ich kenne einige Imker in meiner Umgebung, aber davon ist keiner hier im Forum vertreten.

    Einen sinnvoller Gedankenaustausch, den @Bienenjupp hier wünscht, der ist kaum machbar. Es wird nicht das fachliche sein, was da fehlt, sondern der Zugang zum Medium Forum mit Sprache und Technik. So jedenfalls mein Eindruck.

    Für mich sind die Imkerversammlungen ergiebig genug, um sich auszutauschen. Nur leider fehlen diese jetzt wegen Corona. Das Forum ist kein Ersatz. Ein Forum nur mit meinem Imkerverein, würde auch nur mit wenigen betrieben.

    Schade,

    Wie ist eure Meinung ?

    Meine Meinung ist, dass die Bienenhaltung sich in den letzten Jahren durch die Klimaveränderung ziemlich gewandelt hat. Was jahrzehnte lang galt, funktioniert nicht mehr richtig. Die Trachtverhältnisse sind anders, die Winter wärmer, die Varroabehandlung benötigt eine Umstellung. Was die Bieneninstitute von sich geben, überzeugt kaum, sie sind noch in einer Findungsphase. Was für dich gilt, Imkern nur auf einem Stand ist mühsam. Früher gings wegen kalter Winter, jetzt nicht mehr. Organisiere einen entfernten Stand, auch bei einem Kollegen, dann ist das alles viel einfacher.

    Die Unsicherheit ist, dass die Völker jetzt unterschiedlich Futter annehmen. Ob das Futter genommen wird lässt sich nur mit Versuchen ermitteln. Ich habe es vor einigen Wochen gemacht. Ein Volk hat es genommen, in einem anderen hängt eine Futtertasche mit Futter und ertrunkenen Bienen. Ich bin mir noch nicht sicher, die über den Winter drin zu lassen. Es wäre einen Versuch wert.

    Nach meiner Meinung ist diese "Erfindung" keine Empfehlung bei der Überlegung zum einräumigen Überwintern.

    Das sehe ich auch so.

    Ich erinnere mich, irgendwo gelesen zu haben, dass die Bienen sich wohler fühlen, wenn die Wabenanzahl ungerade ist. Beim Naturbau wäre das so. Ich weiß nicht mehr wo. Hört sich allerdings auch etwas esoterisch an.


    Bienenrudi, Welche Erfahrungen hast du denn mit der 12 Wabenzage gemacht?

    Was auch geht, das Volk jeden Tag 5-10 cm verschieben. Das machen die Bienen mit. Auf einer Bienenbank geht das einfach, bei dir wirst du wohl Hilfskonstruktionen erstellen müssen.

    Das bedeutet, für einen Meter brauchst du 10 Tage. Für deine 10 m dann 100 Tage. Dann ist das Verstellen im Winter doch einfacher. ;)

    Ich würde den Stock jetzt am alten Standort umbauen und dort stehen lassen. Es ist jetzt noch wärmer für die Bienen. Erst im Winter vorsichtig die 10 m transportieren.

    Auch dann wundert man sich, wie viele Bienen bei Flugtemperaturen am alten Standort hängen. Das musst du dann verschmerzen.

    Ja, ich hätte grundsätzliche Bedenken, jetzt eine Beute 10 m zu verstellen. Die Flugbienen kannst du dann abschreiben, die finden nicht mehr nach Hause. Da jetzt wegen der kommenden Winterruhe jede Biene gebraucht wird, wäre der Verlust schmerzhaft. Entweder die neue Beute am alten Standort stehen lassen oder halt zwei bis drei km verstellen. Dann am besten während der Flugzeit umbauen.

    Tag Julia,

    ja, so gehts, wenn keine Bienen abends mehr fliegen Stock verschließen und vorsichtig transportieren. Die Bienen kommen am neuen Ort wieder zurecht.

    Um diese Jahreszeit geht das einfach, im Sommer gibt es Zeiten, wo die Bienen die ganze Nacht draußen sind.

    Gruß Johannes

    Die Totale Brutentnahme dauert max. 5 Minuten.

    Was für fünf Minuten? Echte oder gefühlte? Fünf Minuten reichen nicht, allein die Organisation mit den Waben ist zeitaufwendig. Nehme einmal an, du hast nur 12 Völker am Stand und im Durchschnitt nur 6 Brutwaben pro Volk, dann sind 72 Waben abzukehren und auszuwechseln, neue heranzuschleppen und alte wegzubringen. Das in einer Stunde? Glaube ich nicht, man müsste es mir vormachen.


    Vom zeitigen Ausschmelzen der Brutwaben ist noch nicht die Rede.

    Die Völker werden aber dadurch so geschwächt, das ihre Verteidigungsfähigkeit eingeschränkt ist.

    Vor etwa drei Jahren habe ich auch TBE gemacht. Ich erinnere mich, das war sehr aufwendig und aus den Brutscheunen sind Völker entstanden, die nicht sehr vital waren. Die Varroabelastung ging zurück, wurde im Herbst wieder stärker, wie eigentlich immer. Das hat mich dann auch wegen der aufwendigen Tätigkeit wenig überzeugt. Dass die Völker dann Opfer von Wespen wurden, ist mir nicht in Erinnerung.

    Kann es sein, dass die warmen Sommer der letzten Jahre diese Kampfeslust der Wespen fördern. Aus der früheren Zeit meiner Imkerei ist mir das nicht bekannt.

    Hast du in der Nähe Fallobst, an denen sich die Wespen laben können, statt an deinen Bienenständen? Wenn nicht, gib ihnen Zuckerwasser, möglichst kompliziert aufzunehmen. Ich habe in der Nähe alte Holzbalken mit Sirup getränkt, da ist zwar nicht viel, aber immer etwas zu finden. So bekomme ich Ruhe.

    Das Problem ist natürlich da, wenn geräubert wird. Das dann wieder abzustellen ist ein Problem. Wegstellen hatten wir schon.



    Die dunkle Stelle im alten Holz ist eingeriebener

    Futtersirup. Die ersten Wespen haben gemerkt.

    Das ist heftig. Ich weiß es nicht, wie das alles tickt. Wespen habe ich auch genug, aber die Völker kommen noch glimpflich mit den Wespen zurecht. Allerdings habe ich auch nicht sonderlich sanfte standbegattete Völker. Ohne Stechschutz arbeite ich kaum. Kann es auch daran liegen?

    Die Wespen sind pfiffig und finden den "Noteingang" schneller, als die Bienen.

    Das fällt mir auch auf. Zur Zeit treten die Wespen massig auf. Ich habe nur festgestellt, vor staken Völker haben die Wespen schon Respekt. Ein Eindringen in diese Völker kann das Leben kosten.

    Schwache Völker sind halt gefährdet. Flugloch sehr einengen oder das Volk versetzen. anderes fällt mir im Moment nicht ein.

    Oder nur starke Völker haben. Aber mach das mal.

    Wespen sind im August- September lästige Tiere. Ich habe Wachs mit Dampf geschmolzen. Oft bin ich dann von Bienen umringt. Dieses Jahr habe ich erlebt, dass es hauptsächlich Wespen waren, die mich umflogen. In dem auslaufenden Wachs haben sich massig Wespen ertränkt. Jedenfalls müssen die Wachsblöcke noch mal umgeschmolzen werden, wenn der Wespenflug beendet ist.

    Lege doch einen Wespenfutterplatz im Garten an, wo du die leeren Futtereimer hinstellst, die Wespen machen diese blitzblank und lassen die Bienenstöcke in Ruhe.

    Übrigens, Wespen stechen genau so wenig wie Bienen, wenn sie auf Raubzug sind.

    Das Bienenjahr 2020 war mittelmäßig. Volkstärken und Ablegerbildung waren erfolgreich, die Honigernte nur in der Frühtracht gut. Die Baumblüten brachten ordentlich Tracht, was sich auf die Honigernte auswirkte. Diese Ernte war gut, nicht sehr gut. Zum Sommer wurde es mau, die Linde brachte reichlich wenig, die Läppertracht anschließend war wirklich läppisch. Scheinbar haben durch die große Wärme die Blumen nicht richtig Nektar abgegeben. Nun ja, nach dem Abschleudern fütterte ich ein und das Futter wurde bereits für die Volksentwicklung benötigt.

    Ich habe die Suchmaschine gefordert.

    Gefunden habe ich einen Thread von 2012, in dem Martin Bensmann Erfahrung über Füttern mit Waage postet.


    RE: Varroa Behandlung verlängern ?


    Allerdings hat er 25 kg in eine zweizargige Beute eingefüttert. So individuell wie wir arbeiten, lässt sich wohl keine gemeinsame Größe finden. Ich finde es wichtig, dass wir das Bienenwohl im Kopf mit bedenken. Wenn nichts mehr an Tracht zu finden ist, dann muss halt mehr Futter her um die Völker vital zu halten.

    Hört sich gut an. Genau so wird gesagt, Imker bekommen keine Borreliose. Bei mir stimmts, nichts habe ich davon gehabt. Aber eine sichere Studie ist das nicht. ;)