Beiträge von Bienenjupp

    Ich möchte noch ergänzen:

    Beim Vereinigen der Völker, das meistens schon früher, z.B. im Oktober vorgenommen wird, betteln sich Flugbienen, die ihre Beute nicht mehr finden, in Nachbarvölker ein. Wenn man die Waben nicht umhängt, sondern nur die Beuten erschütterungsfrei umsetzt, kann man das auch im Dezember machen. Die Flugaktivität ist dann noch geringer und die Wintertraube wird nicht auseinandergerissen.

    Ganz verlustfrei wird es nicht gehen. Man kann aber davon ausgehen, daß das Volk durch den Verlust einiger Flugbienen, die im Wintervolk ohnehin nur eine Minderheit bilden, nicht wesentlich geschwächt wird.

    Immerhin ist es auch gängige Praxis, schwache Völker durch Aufsetzen auf ein stärkeres Volk, das einige Meter entfernt steht, zu retten. Nachteile im Frühjahr erwarte ich nicht.

    Es gibt nur wenige Bienen, die im November auf den Standort geprägt sind. Den Verlust einiger Bienen muß ich wohl in Kauf nehmen. Das Volk sollte nur nicht nachhaltig geschwächt werden, um gut durch den Winter kommen. Der Transport muß zwar möglichst erschütterungsfrei sein, eine empfindliche Störung wird es aber in jedem Fall. Es bleibt ein Experiment, im Frühjahr bin ich schlauer.

    Ja, die Bedenken verstehe ich. Die Beute stehen zu lassen, löst das Problem nicht, weil es mich dann im Frühjahr wieder einholt. Ich könnte sie und damit das Volk im nächsten Bienenjahr nicht nutzen.Die Beute außerhalb des Flugkreises zu verstellen, wäre möglich, aber aufwändig.

    Wenn ich es im November mache, spielen die Flugbienen kaum noch eine Rolle, weil dann fast nur Winterbienen gebraucht werden und der Flugbetrieb eingestellt wird. Noch später im Winter hätte ich das Problem, daß ich zum Umhängen die Bruttraube auseinander reißen müßte. Be moderaten Temperaturen wäre das vielleicht nicht gravierend, also machbar?

    Was hältst du davon?

    Ich habe ein Schwarmvolk, für das ich beim Einfangen nicht die passende Beute hatte, auf einen provisorischen Platz gestellt.

    Inzwischen ist eine passende Beute durch Räuberei frei geworden und ich möchte diesen Schwarm, der sich gut entwickelt hat, in die leere und jetzt freie Beute umhängen, die ca. 10 m vom jetzigen Platz steht. Auf diesem Platz habe ich eine Stockwaage , die ich sonst nicht nutzen kann.

    Gibt es grundsätzliche Bedenken?, welche Tageszeit ist am besten, morgens sehr früh oder abends nach dem Flugbetrieb?

    Selbstverständlich keine Erwärmung, weil die Traube sich ausreichend selber erwärmt .Wenn sie das nicht schafft, ist sie ohnehin verloren. Die Umgebungsluft ist nicht entscheidend.

    Hallo Orza, ich hoffe, daß es dich nicht stört, wenn ich antworte, weil ich bei dir ja verschissen habe.


    Unser Vereinsvorsitzender hat die Königinnenzucht zu seinem Programm gemacht und mehrere Jahre dazu für die Überwinterung Mini Plus eingesetzt. Er hat an die Mitglieder auch regelmäßig schlupfreife Weiselzellen und Königinnen abgegeben. Ohne daß er mir alle Details berichtet hat, muß es aber Probleme gegeben haben, weil er die Mini Plus jetzt dazu nicht mehr einsetzt.

    Ich gehe davon aus, daß die Wabenfläche und der Futtervorrat in der Mini Plus nicht ausreicht, meine aber, daß 5 DN oder noch besser 5 DN 1,5 Waben auf jeden Fall geeignet wären. Das entspricht auch der Empfehlung, mindestens 5000 Biennen in den Winter zu schicken. Bei der Frage Kalt-oder Warmbau würde ich mich unbedingt für Kaltbau entscheiden. Die Errreichbarkeit der Futtervorräte bei tiefen Temperaturen ist im Kaltbau besser, wenn man die Bewegung der Traube berücksichtigt.

    Orza,

    schön, daß du dem Problem einen so großen Beitrag widmest. Ich versuche, auf alle Punkte zu antworten.


    1. Ich glaube nicht, daß daß der Zeitpunkt meiner Brutentnahme eine Rolle spielt. Anfang August ist kein "gerade noch so" Zeitpunkt. Ich habe aus verschiedenen Quellen entnommen, das es problemlos bis Mitte August geht. Im Übrigen wurde das Volk, dem am 18.7. die Brut entnommen wurde, genauso ausgeraubt, wie das zweite Volk.

    2. Ja, ich habe den Fegling am ursprünglichen Platz stehen gelassen.

    Die von mir genannten 3 kg waren nur die erste Fütterung mit Sirup, weitere Fütterungen in kurzen Abständen summieren sich auf 9 kg.

    Das Flugloch wurde sofort auf 1 cm, später auf eine Bienenbreite eingeengt.

    Es waren begattete Königinnen von diesem Jahr (davon 1 Inselkönigin), die im Apidea-Kästchen schon eine starke Brutleistung zeigten und nach dem Einsetzen sofort den gleichen Eindruck hinterließen. Das hatte ich aber schon genau beschrieben. Wenn du meinen Beitrag kommentierst, solltest du ihn auch genau gelesen haben.

    3. Die Termine liegen, wenn die entnommene Brut nicht verwertet werden soll, typischerweise in der Räuberzeit.

    4. Wieder die Anmerkung, meinen Beitrag nicht vollständig gelesen oder vergessen zu haben: "Wabenwerk ist weg, , nur Mittelwände". Du hättest meinem Beitrag entnehmen können, daß ich nur die Brutwaben entnommen habe und als Ersatz ausgebaute Waben, und nicht Mittelwände eingesetzt habe.

    5. Die Feglinge waren mit Sicherheit zum Zeitpunkt der Brutentnahme nicht zu schwach. Ich kann nicht genau sagen, wieviel kg es waren, aber es waren die Bienen aus einem starken Volk.

    6. "Dadurch, daß du die Brut vernichtet hast, stehen dir diese Bienen nicht mehr zur Verstärkung der Völkchen zur Verfügung" . Das ist genau mein Credo, das ich hier wiederholt beschrieben und begründet habe.

    TUB habe ich ,aus den gleichen Gründen wie du, abgewählt, Drohnenwaben schneide ich nicht, weil ich es für sinnlos halte, wertvolle Drohnen zu vernichten und weil man die Varoabelastung auch anders regeln kann. Brutwaben zu vernichten ist auch nicht angenehm, aber was soll ich machen, wenn mir Ableger, die ich zur Schwarmkontrolle bilden muß, schon zusätzliche Völker bescheren.


    Ein letzter Satz an dich, Orza: Ich schätze deine Beiträge sehr, auch weil ich dich für sehr kompetent halte und dir unterstelle, daß du nur helfen und nicht recht haben willst. Es wäre aber wünschensert, wenn du meine Beiträge mit Sorgfalt lesen und wirklich nur auf die Defizite eingehen würdest.

    Mit der TBE zur Trachtzeit habe ich mich nicht richtig beschäftigt, weil es für mich nicht infrage kam. Dazu kannst du sicher einiges sagen. Deine Antworten bezogen sich allerdings auf die Zeit nach der Honigernte und waren für meinen Ansatz passend.

    Wenn es im Winter zu dem Thema Diskussionen gibt, bin ich gespannt auf viele Beiträge.

    Hallo Rudi,

    du hast etwas gefunden, was ziemlich gut zu meiner Prozedur paßt. Darin heißt es, ....ab Mitte Juli bis Anfang August, und nicht, ist NOCH im Juli möglich und im August einfach zu spät. Es gibt auch Empfehlungen, die Brutentnahme schon im Juni, während der Tracht zu machen. Dann wird aber davon ausgegangen, daß die Brutscheune noch genutzt werden soll, was ich von vornherein ausgeschlosssen habe.

    Ich habe es nach der Schleuderung und ziemlich spät gemacht, weil ich die Chancen , neue Königinnen einzuweiseln, erhöhen wollte. Dazu wäre mir der September noch lieber gewesen, aber dann ist es für die Brutscheune zu spät. Ich hatte begattete Königinnen, die in Eilage waren und im Apideakästchen so viel Brut angelegt hatten, daß ich einige Waben austauschen mußte, um die Eiproduktion nicht zu gefährden. Sie haben auch tatsächlich mit dem Stiften im Fegling sofort weitergemacht.

    Auch beim Ersatz der Brutwaben durch MW sehe ich bei mir kein Defizit. Bei mir waren es keine MW, sondern ausgebaute Waben. Die Fütterung mit verdünntem Sirup und die Behandlung mit MS passen ebenfalls.

    Jetzt könntest du eigentlich zugeben, daß ich garnicht so falsch gelegen habe.

    Die Räuberei begann zunächst durch Bienen und dann verstärkt durch Wespen. Die Brutwaben habe ich eingeschmolzen, weil ich kein zusätzliches Volk haben wollte. Die Feglinge habe ich mit MS behandelt, ohne vorher die Milbenbelastung zu prüfen. Nach der Behandlung ergab die Kontrolle weniger als 5 Milben/Tag. Von vermilbt kann keine Rede sein. Es war ja meine Rede, daß die Völker durch die Brutentnahme zur Veteidigung zu schwach waren, ob gegen Bienen oder Wespen, ist unerheblich. Ach die Räuberbienen konnten nicht abgewehrt werden.

    Wie fibroin halte ich die Brutentnahme für sehr aufwendig. Das ist der zweite Grund, weshalb ich es nicht mehr mache.

    1. Volk am 18.7.

    Alle Brutwaben (bis auf 2) in separate leere Beute gefegt, Absperrgitter drauf, darüber Zarge mit 2 Brutwaben, um die Kö zu fangen, die ersetzt werden sollte. In brutfreie Zarge Leerwaben als Ersatz für entnommene Brutwaben eingesetzt, MS-Behandlung, Flüssigfutter 3 kg. Königin war nicht unter dem Gitter zu finden, offene Brut aus Apidea eingehängt. Weiselzellen nach wenigen Tagen. Alles i.O.

    2. Volk am 2.8.

    Gleiche Prozedur, aber auch diesmal Königin nicht zu finden. Begattete Königin und weitere Apideawaben eingesetzt.

    Bei beiden Völkern wurde Brut angelegt, aber nach ca. 3 Wochen begann am 1. Volk die Räuberei, beim 2. Volk kurz danach.

    Ja, Susanne,

    falsch gelaufen ist bei mir, daß ich zum ersten mal eine totale Brutentnahme gemacht habe, um keine Ameisensäure einsetzen zu müssen, die mir zumindest für die Königinnen zu aggressiv ist. Das wird u.a. von Liebig empfohlen, obwohl er selber mit AS behandelt und dazu seinen Dispenser entwickelt hat. Die Völker werden aber dadurch so geschächt, das ihre Verteidigungsfähigkeit eingeschränkt ist. Da bei mir 3 Völker angegriffen wurden und davon 2 verloren sind, werde ich die Brutentnahme nicht mehr machen.

    Orza, ich verstehe deine Einstellung gut.

    Meine kurzzeitig aufgestellte Wespenfalle ist weg, weil ich der Meinung bin, daß das Problem der Bienen damit nicht gelöst werden kann. Es bleibt aber eine Tatsache, daß Wespen Bienenvölker angreifen, Bienen aber nie auf Wespennester losgehen.

    Ich habe üble Erfahrungen mit Wespenangriffen gemacht, die trotz eingeengtem Flugloch auf eine Bienenbreite imstande waren in das Volk einzudringen und von den Wächterbienen nicht aufgehalten wurden. Sie holten sich die Bienen nicht vor dem Flugloch, wie die Hornissen und die Meisen, bei denen ich nichts dagegen hätte, sondern schubsten die Bienen einfach weg. Das passierte auch bei einem starken Volk, wenn es bei dem schwachen Volk nichts mehr zu holen gab.

    Wenn ein Volk aus verschiedensten Gründen zu klein ist, sollte es mit dem Imker einen Anwalt haben, der es beschützt und notfalls rettet, bis es aus eigener Kraft überleben kann. Schwache oder mittelstarke Völker, die im September von Wespen angegriffen werden und deshalb zugrunde gehen, wären im Oktober/November vielleicht überwinterrungsfähig.

    Ein anderes Thema sind die Hornissen.

    Ich hatte berichtet, daß ich die Hornissen aus der Wespenfalle befreit habe, weil ich sie nicht fangen wollte. Hornissen will ich auf keinen Fall schädigen, weil ich sie für ungefährlich und attraktiv halte und weil sie Wespen fangen.Vielleicht kannst du mir sagen, wie ein Hornissenkasten aussieht.

    Ich muß heftig widersprechen.

    Bienen gehören genauso zur Natur wie Wespen. Wenn Wespen sich wie eine invasive Art verhalten und andere Spezies bis zur Ausrottung angreifen, müssen sie auch entsprechend behandelt werden dürfen.Daß ein starkes Volk, auch bei kleinem Flugloch ,immer überlebt, ist ein Märchen. Ein Märchen ist auch, daß die Wespen in Kürze sterben. Noch im November greifen sie vehement an und gefährden die Winterruhe eines Volkes bis zu deren Existenz.

    Hornissen sind ein anderes Thema. Sie sollen geschützt bleiben und können aus Wespenfallen befreit werden.

    Für deine Ansicht spricht nur die rechtliche Situation, die aber in Nachbarländern, anders aussieht.

    Fallobst ist in der Nähe, Wespen sind dran. Ich werde noch großflächig Sirup anbieten.

    Eine Imkerfreudin hat auch eine Inselkönigin verloren. Das motiviert zu Wespenfallen.

    Ich nehme an, daß sich aggressive Völker besser veteidigen, womit die Zucht in Richtung Sanftmut zweifelhaft wäre. Ich arbeite ohnehin nur mit mindestens Kopfschleier, also wären Stecher das kleinere Problem.

    Hallo Rudi,

    ich habe ja gut funktionierende Wespenfallen. Wenn ich damit einige hundert Wespen einfange, wirkt sich das auf die Angriffe bei meinen Bienen nicht aus. Als ich die jetzt außer Funktion genommenen Fallen noch erfolgreich eingesetzt hatte, waren bei meinen Bienen die sichtbaren Angriffe und die Gewichtsverluste laut Stockwaagen genauso groß. Mich hat auch gestört, daß ich jeden Tag Hornissen gefangen hatte, die ich aber wieder freilassen konnte.

    Wenn mir die Räubergitter nicht helfen, nehme ich die Wespenfallen vielleicht wieder in Betrieb und hoffe, daß ich damit langfristig meine Bienen retten kann. Im vorigen Jahr ging die Wespenplage bis in den November. Das halten meine Bienen nicht aus.

    Das z.Zt. am stärksten angegriffene Volk hat eine Inselkönigin, das zweite angegriffene Volk hat eine standbegattete F1-Königin. Die Fluglöcher sind schon seit Wochen auf 1 cm eingeengt. Die Völker sind (leider?) nicht aggressiv.

    Ich habe 2 nette Nachbarn mit Bienenvölkern, die vielleicht einige Räuberbienen haben, aber den größten Schaden bescheren mir die Wespen. Deswegen könnten die Räubergitter vielleicht nicht so gut funktionieren.

    Den Diebstahl von Sirup kann ich gut aushalten, wenn die Räuber meine Bienen plattmachen , ist das das größere Problem.