Löwenzahn- und Rotkleeblüte im Oktober

  • Anfang der Woche hatten wir die ersten 3 Tage mit einer Nachttemperatur zwischen 12-15°C und einer Tagestemperatur knapp unter 20°C. Seit Mittwoch weht ein komischer Wind des Südens und die Temperaturen sind sogar für uns hier im Süden über der Normalen der Saison. Letzte Nacht waren sogar eine Minimal von 18°C.


    Alle Völker haben eine sehr aktive Flugaktivität. Da alle Obstplantagen im September gemulcht wurden für die Apfelernte und es Ende September wenigstens einen Tag richtig geregnet hat, ist alles wieder total grün. Sogar die Heuwiesen haben mindestens eine Grashöhe für einen Grumetschnitt. ABer auch hier ist es inzwischen zu spät, um noch in der 2. Oktoberhälfte den 4. Schnitt Heu zu machen. Diese Wiesen werden zum Grossteil später von Schafen in Elektrozäunen abgehütet.


    Heute hatte ich in einem Dorf ca. 15 km von uns entfernt zu tun. Ich war total erstaunt, eine grosse Anzahl von Luzernefeldern zu sehen, die nicht nur total grün und eine Höhe von mehr als 30 cm hatten, einige dieser Luzernwiesen waren sogar ein wenig in Blüte.


    Wie dem auch sei, das Wetter wird auch hier im Süden immer unkalkulierbarer. Letzte Woche hatten wir am selben Tag 4 verschiedene Tornados in total verschiedenen Gegenden. Seit gestern fegt ein heftiger Wind durch den Süd-Westen in der Gegend von Toulouse. Es waren so viele Bäume umgefallen, so dass 45.000 Haushalte keinen Strom mehr hatten. 24 Std. später und trotz 800 EDF-Monteure sind immer noch 20.000 ohne Strom. Und seit heute Nachmittag hat es dort so angefangen zu regnen, dass sie mit Hochwasser rechnen müssen.


    Um die Situation hier ums Haus zu veranschaulichen, habe ich heute Nachmittag ein paar Fotos von der Parzelle der Aprikosen gemacht. Dort habe ich einen Ableger stehen, der gar nicht geplant war. Bis zum 02/07/12 hatte ich dort mein total aggressives Volk stehen, dem man sich kaum bis auf 20-30 Meter nähern konnte. Dieses Volk hatte ich mit der 1. erhaltenen Buckfast Königin umgeweiselt. Wegen der Aggressivität dieses Volkes hatte ich beim Einhängen der Königin die Beute an meinem Heimatstandort um knappe 300 m versetzt. Am alten Standplatz hatte ich dann die nachstehende Ablegerbeute aufgestellt, um die zurück kehrenden Flugbienen zurück zu gewinnen. Aus Not an ausreichenden Brutwaben konnte ich nur eine einzige lächerliche Brutwabe mit offener Brut aus meiner Warré-Beute hinzu hängen.


    Um ehrlich zu sein, hatte ich nicht mehr damit gerechnet, dass man Anfang Juli mit so wenig Material noch einen Ableger erstellen und eine Königin heran ziehen kann. Wenn es letztendlich doch geklappt hat, dann ist da sicherlich vor allem das hier herrschende Klima daran beteiligt.


    Auch dieser Ableger hatte nur ein Minimum an ausgebauten Waben und musste sich noch die eine oder andere MW sehr spät in der Saison ausbauen, um den zugefütterten Sirup zu bunkern. Das Volk ist aber weiterhin in Brut, was hier bei uns ohne Problem bis Ende November normal sein müsste, wenn wir ein normales Herbstende und Winteranfang bekommen.

    Hier das Trachtagebot am 19/10/12 von unseren Bienen:



    (aufgenommen am 19/10/12)
    So ungerecht geht es manchmal zu. Seit 3-4 Wochen säuft 4/5 von Frankreich aufgrund von andauernden und starken Regenfällen ab, hier bei uns muss mein Nachbar und Salat-Produzent seine Felder besprenkeln, damit die aufgehende Saat nicht verdörrt.



    (aufgenommen am 19/10/12)
    60-70 m weiter von dem Salatfeld steht mein Ableger in der Obstplantage.



    (aufgenommen am 19/10/12)
    So sehen hier momentan 60-70% aller Obstplantagen auf mehrere km um unsere Bienenstände aus.



    (aufgenommen am 19/10/12)
    Ob momentan der Löwenzahn noch Nektar gibt, mag ich nicht behaupten. Ich kann aber eine gewissen Anzahl von Bienen beobachten, die von Löwenzahnblüte zur anderen fliegen, mit dem Rüssel in der Blüte rum stochern, ohne Pollen zu sammeln. Daneben sind wiederum andere Bienen dabei, von den Löwenzahnblüten nur Pollen einzusammeln.


    Da wir in der nächsten Woche noch Tage über 20°C haben sollen, werde ich einige Ableger kurz durchschauen, um mich von der Brutaktivität und der Menge des Winterfutters zu überzeugen.