Massenvermehrung von Wachsmotten - Inforbrief

Die lang anhaltende, hoch-sommerliche Wetterlage hat in diesem Jahr vielerorts eine Massenvermehrung von Wachsmotten begünstigt. Die sich rasant entwickelnden Wachsmotten [die Große Wachsmotte (Galleria mellonella) und die Kleine Wachsmotte (Achroia grisella)] haben bei einigen Imkern schon teilweise erhebliche Schäden am Wabenwerk und Beuten hinterlassen. Das betrifft nicht nur die Vorratslager, sondern auch Waben in Völkern, die sich offensichtlich nicht ausreichend gegen die Wachsmotten erwehrt haben.

  • Sie sollten ihr Wabenlager auf mögliche Schäden durch Wachsmotten überprüfen


    Anders als im letzten Jahr, ist die einfache Lagerung von Honigraumwaben in Zargen-Türmen nicht davor geschützt von Wachsmotten befallen zu werden. Das kann sogar von den Bienen trocken geleckte Waben betreffen, wenn darin nur etwas Pollen eingelagert wurde. Von daher empfehlen wir Ihnen ihr Wabenlager jetzt kritisch zu sichten.

  • Schmelzen Sie möglichst alle Wachsreste und Waben ein, die von den Bienen bebrütet waren – die Bienen können in nächsten Jahr ohne weiteres neue Waben ausbauen

    Wachsmotten bevorzugen zur Eiablage Waben, die zuvor von den Bienen zur Brutaufzucht genutzt wurden und solche mit Futter- und Pollenresten. Gerne befallen sie auch Entdecklungswachs oder sonstige Wachsreste. Schmelzen Sie diese ein, um den Wachsmotten darin keine Vermehrung zu gewähren. Dazu müssen die Tagestemperaturen natürlich kühler werden oder es müsste im günstigsten Fall dann regnen. Ansonsten kann das Einschmelzen der Waben räubernde Bienen animieren.

    Denken Sie daran, dass Ihre Bienen im nächsten Jahr wieder neue Waben ausbauen können und Sie jetzt die Chance haben, nicht dringend benötigtes Wabenwerk vor der Zerstörung durch Wachsmotten durch Einschmelzen zu schützen. Das eingeschmolzene, saubere Wachs wird von Wachsmotten nicht befallen.

  • Honigraumwaben müssen kühl gelagert oder womöglich entsprechend behandelt werden

Für eine dauerhafte Lagerung von trockenen Honigwaben müssen Temperaturen von <10 °C gewährleistet sein. Wer ansonsten ausgebaute Waben lagern will, der sollte diese mit breitem Abstand zueinander auf Lücke in Zargen-Türmen lagern.

Sollten sie eine Behandlung der Waben vorziehen, so bietet sich (vorbehaltlich des aktuellen Stands der Biozid-Verordnung) bekanntlich zur Bekämpfung der Wachsmotten 60 %-ige Essigsäure oder 85 %-ige Ameisensäure an. Die Waben können auch geschwefelt oder auch

mit Bacillus thueringensis (B 401®) behandelt werden. Jedes dieser Verfahren hat auch seine Tücken. So besteht beim Abbrennen von Schwefelstreifen eine nicht zu unterschätzende Brandgefahr. Beim Besprühen der Waben mit Bacillus thueringensis (B 401®) können die Waben später schimmeln. Beim Umgang mit Säuren besteht Verätzungsgefahr. Generell müssen Sie die Arbeitssicherheit beachten.

Die Waben müssen später unbedingt gelüftet werden, bevor sie wieder in den Einsatz im Bienenvolk kommen. Dazu bieten sich dann Frosttage im Winter an.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und Spaß mit Ihren Bienen und verbleiben mit den besten Grüßen


Dr. Otto Boecking,

BZB Guido Eich,

BZB Ingo Lau,

Dr. Werner von der Ohe


LAVES Institut für Bienenkunde Celle

Herzogin-Eleonore-Allee 5, 29221 Celle


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    Über den Autor

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    Durch überregionale Tätigkeit in den Bereichen Fortbildung,Forschung,Entwicklung hat das Bieneninstitut internationale Anerkennung.

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