Schwarmstimmung - Treiblings-Methode

Nach der Honigernte können mit der „Treiblings“-Methode Jungvölker erstellt und so vorhandene Schwarmstimmung unterbunden werden.

Wer nun endgültig die Schwarmstimmung in den Wirtschaftsvölkern beenden und obendrein noch gerne Jungvölker erstellen will, der kann dies mit der sogenannten

„Treiblings“-Methode jetzt oder demnächst umsetzen. Dazu benötigt man aber erst einmal eine begattete Königin.



Die „Treiblings“-Methode zur Erstellung von Jungvölkern ist einfach:


Den Wirtschaftsvölkern wird nach der Honigernte über Absperrgitter eine Zarge mit honigfeuchten, also frisch geschleuderten Honigraumwaben, aufgesetzt. Zur sicheren Erstversorgung sollte sich zumindest eine gefüllte Honig-/Futterwabe in der aufgesetzten Zarge (am Rand) befinden. Nach etwa 3 bis 4 Stunden nimmt man diese aufgesetzte Zarge vom Wirtschaftsvolk herunter und stellt sie auf einen neuen Beutenboden, dessen Einflugloch verschlossen ist (z.B. Schaumstoffstreifen). In dieser relativ kurzen Zeit sind mehr als genug Bienen in die Zarge mit den honigfeuchten Waben hochgezogen. Wer länger wartet und beispielweise erst am folgenden Tag die Zarge abhebt, muss zuvor mit dem Smoker Bienen von unten hochtreiben - daher rührt der Name „Treibling“, denn über Nacht sind viele Bienen wieder zurück auf die Brutzargen gezogen. Das so erstellte Jungvolk wird zunächst an einen kühlen Ort gestellt. Nach etwa drei weiteren Stunden kann ihm ein mit Futterteigverschluss versehener Käfig mit einer begatteten Königin zugehängt werden.


Achten Sie darauf, dass der Bienenkasten des „Treiblings“ trotz verschlossenem Flugloch über eine ausreichende Belüftung verfügt, andernfalls können die Bienen verbrausen (ersticken). Am nächsten Tag werden die so erstellten Jungvölker auf einen neuen Standort - außerhalb des Flugkreises der Wirtschaftsvölker - mit offenem, aber eingeengtem Flugloch aufgestellt. Das eingeengte Flugloch ist notwendig, damit der „Treibling“ sich verteidigen kann und Räuberei verhindert wird. Nach ein paar Tagen erfolgt eine Sprühbehandlung der „Treiblinge“ Wabe für Wabe mit Oxalsäure oder Milchsäure gegen die Varroa-Milbe. Das macht man am besten gegen Abend. Danach erhalten die Treiblinge sofort eine Fütterung mit Flüssigfutter. Da die „Treiblinge“ mit einer begatteten Königin beweiselt werden,
beginnen diese sogleich mit der Brutaufzucht. Nach der hier beschriebenen Methode startet ein „Treibling“ mit vielen Bienen und sollte sogleich entsprechend große Brutmengen anlegen. Dazu benötigen sie stets eine gleichbleibende Futterversorgung, um die Sie sich kümmern müssen. Da diese Jungvölker mit unterschiedlich alten Bienen starten, gibt es nach einiger Zeit eine Phase, in der weniger erwachsene Bienen in diesen Jungvölkern vorhanden sind als zum Startzeitpunkt. Dies wird aber alsbald durch eine Vielzahl frisch geschlüpfter Bienen wieder kompensiert.
Die so um einen „Treibling“ geschröpften Wirtschaftsvölker stellen ihre vorhandene Schwarmstimmung in der Regel dann ein. Der Nachteil dieser Methode besteht darin, dass die Wirtschaftsvölker bei einer noch ausstehenden Lindentracht etwas weniger Honig eintragen. Dazu muss aber die Linde ohnehin erst einmal „honigen“.


Was ist sonst derzeit an den Bienen zu tun?

Bei den Wirtschaftsvölkern muss weiterhin Drohnenbrut zwecks Varroareduzierung ausgeschnitten werden,
sofern die Bienen den Baurahmen noch weiterhin von ihrer Königin „bestiften“ lassen.


Achten Sie auch darauf, dass ihre Jungvölker weiterhin versorgt werden; d.h. mit Mittelwänden erweitern und den Futterstrom nicht versiegen lassen.


Achten Sie zudem grundsätzlich darauf, dass Sie bei der Durchsicht oder Honigernte zügig arbeiten und die Bienenvölker nicht zu lange geöffnet sind, andernfalls kann es schnell zu Räuberei kommen. Räuberei kostet Bienenleben und kann zur Verbreitung von Krankheiten beitragen. Räuberei wird verursacht durch Fehler des Imkers.






Wir wünschen Ihnen viel Freude mit Ihren Bienen und verbleiben mit den besten Grüßen


Dr. Otto Boecking

Prof. Dr. Werner von der Ohe


LAVES Institut für Bienenkunde Celle

Herzogin-Eleonore-Allee 5, 29221 Celle


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Über den Autor

Das Institut für Bienenkunde Celle ist ein Kompetenzzentrum für alle Belange der Bienenhaltung sowie angrenzender Bereiche wie z.B. Pflanzenschutz, Landwirtschaft. Im Bieneninstitut sind 13 Mitarbeiterinnen und 16 Mitarbeiter sowie acht Auszubildende in den Bereichen Imkerei, Labor und Verwaltung tätig.
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