Varroa-Behandlungsmethode für Wirtschaftsvölker, die die Varroa- Schadschwelle erreicht haben - das Konzept „Teilen und Behandeln“

Die praktische Vorgehensweise:

Zunächst wird das zu behandelnde, abgeerntete Wirtschaftsvolk an seinem Standplatz zur Seite gestellt.
An die Stelle des vorherigen Standortes werdenstattdessen ein neuer Boden und darauf eine Zarge gesetzt.
Diese Zarge ist mit leergeschleuderten, trockenen Honigraum-Waben und mit mindestens einer Futterwabe am Rand ausgestattet.
Dann wird die Königin aus dem Wirtschaftsvolk herausgesucht und in die auf dem neuen Boden befindliche Zarge verbracht, denn es soll ein „Flugling“ gebildet werden. Wer ganz sicher gehen will, kann die Königin dazu in einen Käfig mit Futterverschluss zwischen die Waben hängen.
Alle eingeflogenen Bienen werden auf ihren alten Standplatz fliegen. Dazu muss natürlich Flugwetter herrschen.
Wer nachhelfen will, kann auch gerne zusätzlich die ansitzenden Bienen von den Brutwaben vor das Flugloch des „Fluglings“ kehren bzw. abschlagen.
Der so entstehende, nebenan gestellte „Brutling“ benötigt zunächst nur wenige Bienen, denn dort schlüpft ja alsbald die gesamte Brut.
Daher können die Brutwaben gerne großzügig abgekehrt bzw. abgeschlagen werden. Bitte beachten Sie, dass bei beiden Volksteilen, dem „Flugling“ und dem „Brutling“, die Fluglöcher eingeengt werden, um einer Räuberei vorzubeugen. Die Völker müssen dennoch bei hohen Tagestemperaturen gut belüftet bleiben. Achten Sie darauf, auch beim „Brutling“ darf kein Futter fehlen.

Zwei Tage nach dieser Prozedur kann der „Flugling“ gegen die Varroa behandelt werden.
Hierzu bietet sich eine Sprüh- oder Träufelbehandlung mit Oxalsäure an. Am folgenden Tag beginnt man den „Flugling“ zu füttern.

21 Tage nach dem Teilen sind dann in dem „Brutling“ alle Bienen geschlüpft und eine Nachschaffungskönigin ist entstanden.
Zunächst werden die Bienen auf eine Zarge eingeengt, da sie nur einen Raum benötigen.


Haben die Bienen sich dann beruhigt, kann auch dieser Teil des ehemaligen Wirtschaftsvolkes mit Oxalsäure behandelt werden.
Auch dieses (neue) Volk wird sodann gefüttert.

Alle diese Arbeitsschritte sollte man in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden durchführen.
Das Verfahren eignet sich auch, um gleichzeitig die Königinnen auszutauschen.
Das bedeutet, dass man bei der Erstellung des „Fluglings“ gleich zu Anfang, statt der „alten“ Königin eine neue, begattet zuhängt.

Später im Jahr wird dann entschieden, ob man diese beiden Einheiten getrennt einwintert oder gar wieder vereint.
Das hängt von deren jeweiligen Einwinterungsstärke ab.



Wir wünschen Ihnen viel Erfolg mit diesem Verfahren!


Dr. Otto Boecking,

Prof. Dr. Werner von der Ohe,

LAVES Institut für Bienenkunde Celle

Herzogin-Eleonore-Allee 5, 29221 Celle

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Über den Autor

Das Institut für Bienenkunde Celle ist ein Kompetenzzentrum für alle Belange der Bienenhaltung sowie angrenzender Bereiche wie z.B. Pflanzenschutz, Landwirtschaft. Im Bieneninstitut sind 13 Mitarbeiterinnen und 16 Mitarbeiter sowie acht Auszubildende in den Bereichen Imkerei, Labor und Verwaltung tätig.
Durch überregionale Tätigkeit in den Bereichen Fortbildung,Forschung,Entwicklung hat das Bieneninstitut internationale Anerkennung.

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