Spätsommerpflege und Varroa-Behandlung

Der Fokus einer jeden Imkerin, eines jeden Imkers muss jetzt insbesondere auf

» der Vermeidung von Räuberei,

» die Futterversorgung der Jung- und Altvölker und

» dort wo nötig, auf eine Varroa-Bekämpfung liegen.


Alle imkerlichen Arbeiten sollten jetzt unbedingt in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegt werden, denn es gilt weiterhin Räuberei zu vermeiden.

Besonders gefährdet sind dabei die Jungvölker. Daher müssen auch deren Fluglöcher eingeengt bleiben. Bei allen Völkern (Jung- und Altvölker) muss die Futterversorgung der Bienen unbedingt bei jedem Einzelvolk im Blick behalten werden, um notfalls mit kleinen Futtergaben die Bienen „bei Laune zu halten“.

Füttern sollte man eher in den Abendstunden.


■ Die Varroa-Bekämpfung steht jetzt bei den Wirtschaftsvölkern an

In unserem letzten Infobrief vom 17.Juli hatten wir darauf verwiesen nur bei denjenigen Völkern eine Varroa-Behandlung durchzuführen, bei denen die Schadschwelle schon überschritten war und haben von der Anwendung einer Ameisensäure(AS)-Behandlung aufgrund der extremen Temperaturen abgeraten.

Die ungünstigen Bedingungen für eine AS-Behandlung haben in den letzten Wochen angehalten und scheinen sich in der nächsten Zeit auch nicht zu verbessern.
Selbst wenn die Tagestemperaturen etwas zurückgehen, so steigt die Luftfeuchtigkeit insbesondere in den Nachtstunden an, was den Erfolg der AS-Behandlung reduzieren kann.
Wer viel Erfahrung mit der AS-Behandlung hat, den werden wir nicht davon abhalten wollen auch weiterhin mit dieser hoch wirksamen Methode die Varroa-Bekämpfung durchzuführen. Wer eher unsicher ist, sollte sich an das im letzten Infobrief dargestellte Verfahren der Spätsommerpflege heranwagen.
Details dazu finden Sie im Anhang des Infobriefes vom 17.Juli 2020.


Wichtig erscheint uns dabei darauf hinzuweisen, dass unbedingt

  • beide Volksteile bei ihrer Erstellung mit ausreichend Futterwaben ausgestattet sein müssen. D.h. sowohl in den „Flugling“ als auch in den „Brutling“ gehören Futterwaben. Der „Flugling“ kann zwar schon bald nach der erfolgten Oxalsäure(OS)-Behandlung mit weiterem Futter versorgt werden. Der „Brutling“ muss hingegen ja noch drei Wochen „durchhalten“, bis er seine OSBehandlung erhält und dann erst Futter erhalten sollte;
  • die geteilten Völker am selben Stand aufgestellt werden, denn die Flugbienen müssen ja den Weg vom „Brutling“ in den „Flugling“ finden. Man kann sie je nach Platzverhältnissen über- oder nebeneinander stellen;
  • bei den geteilten Volkseinheiten („Flugling/Brutling“) die Fluglöcher eingeengt werden müssen.

Der Vorzug dieses Verfahrens liegt darin, dass eine brutfreie Phase geschaffen wird, in der dann die Varroamilben auf den erwachsenen Bienen sitzen, um sie dann gezielt und sehr effizient bekämpfen zu können.
Wir haben bislang sehr gute Rückmeldung auf diese Empfehlung erhalten.


Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und Spaß mit Ihren Bienen und verbleiben mit den
besten Grüßen


Dr. Otto Boecking,

Prof. Dr. Werner von der Ohe,


LAVES Institut für Bienenkunde Celle

Herzogin-Eleonore-Allee 5, 29221 Celle


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Über den Autor

Das Institut für Bienenkunde Celle ist ein Kompetenzzentrum für alle Belange der Bienenhaltung sowie angrenzender Bereiche wie z.B. Pflanzenschutz, Landwirtschaft. Im Bieneninstitut sind 13 Mitarbeiterinnen und 16 Mitarbeiter sowie acht Auszubildende in den Bereichen Imkerei, Labor und Verwaltung tätig.
Durch überregionale Tätigkeit in den Bereichen Fortbildung,Forschung,Entwicklung hat das Bieneninstitut internationale Anerkennung.

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