Tipps für den Start in eine "gesunde" Bienensaison

Waben, egal ob Futter-, Brutwaben oder auch nur ausgeschleuderte Waben mit Honigresten,
dürfen keinesfalls draußen für die Bienen frei zugänglich zum

„Ausschlecken“ dargeboten werden!

Wenn derzeit nach der Überwinterung überschüssige Waben anfallen, z.B. weil Waben schimmelig geworden sind, ein Volk den Winter nicht überlebt hat oder aus anderen Gründen,
dürfen diese Waben keinesfalls offen dargeboten werden. Das löst unweigerlich „Räuberei“ aus! Außerdem wird das Risiko für die Verbreitung von Krankheitserregern geschaffen bzw. erhöht.
Diese Waben gehören umgehend eingeschmolzen oder müssen zumindest bis dahin für Bienen unzugänglich aufbewahrt werden.


Im schlimmsten Fall können die dargebotenen Waben Krankheitserreger enthalten.
Ein besonderes Risiko besteht für die Verbreitung von Sporen der Amerikanischen Faulbrut.


Also: die Vorgehensweise, Waben draußen darzubieten, widerspricht den Maßgaben der „Guten imkerlichen Praxis“ und verstößt klar gegen die Vorgaben des
Tiergesund- heitsgesetzes (TierGesG)1 und der Bienenseuchenverordnung (BienSeuchV)2.


1 TierGesG: § 3 Allgemeine Pflichten des Tierhalters.

2 BienSeuchV: § 6 Verschluss von Bienenwohnungen.


  Überschüssiges Winterfutter sollte keinesfalls zur Einfütterung für den darauffolgenden Winter verwertet
und schon gar nicht dafür zunächst noch geschleudert werden!

Wer Futterwaben mit überschüssigem Winterfutter schleudert, um so das Futter zu „retten“ und es später noch einmal einzufüttern, der geht das zwangsläufige Risiko ein,
dass bis zum Zeitpunkt der erneuten Fütterung das Futter gärig geworden ist, womöglich auskristallisiert und sich der HMF-Gehalt3 erhöht hat.
Verschiedene Studien zeigen, dass erhöhte HMF-Gehalte für Honigbienen toxisch sind.


Auch diese Vorgehensweise entspricht nicht den Maßgaben der „Guten imkerlichen Praxis“.


Überschüssige Winterfutterwaben sind zum Füttern von Jungvölkern zu deren Start geeignet, sofern sie aus den eigenen gesunden Völkern stammen
und der Wabenbau nachweislich durch Laborbefunde frei von Sporen der Amerikanischen Faulbrut ist.
Bis dahin müssen diese Waben bienendicht und kühl gelagert werden.


3 HMF = Hydroxymethylfurfural bildet sich bei der thermischen Zersetzung von Zucker oder Kohlenhydraten.




Wir wünschen Ihnen viel Freude mit Ihren Bienen! Bleiben Sie gesund!


Dr. Otto Boecking
Martina Janke


LAVES Institut für Bienenkunde Celle

Herzogin-Eleonore-Allee 5, 29221 Celle


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Über den Autor

Das Institut für Bienenkunde Celle ist ein Kompetenzzentrum für alle Belange der Bienenhaltung sowie angrenzender Bereiche wie z.B. Pflanzenschutz, Landwirtschaft. Im Bieneninstitut sind 13 Mitarbeiterinnen und 16 Mitarbeiter sowie acht Auszubildende in den Bereichen Imkerei, Labor und Verwaltung tätig.
Durch überregionale Tätigkeit in den Bereichen Fortbildung,Forschung,Entwicklung hat das Bieneninstitut internationale Anerkennung.