Aufruf zur Teilnahme am Monitoring der Asiatischen Hornisse


Nachdem 2019 die ersten adulten Asiatischen Hornissen entdeckt, 2020 ein Reproduktionsnachweis dieser Art in Norddeutschland erfolgte, nämlich in Hamburg, soll jetzt ein Monitoring-Programm in der Metropolregion Hamburg etabliert werden. Als invasive gebietsfremde Art soll deren weitere Verbreitung verhindert, zumindest gebremst werden. Das LAVES Institut für Bienenkunde Celle ist in das Bundesländer-übergreifende Monitoring eingebunden.



Nachdem 2019 die ersten adulten Asiatischen Hornissen entdeckt, 2020 ein Reproduktionsnachweis

dieser Art in Norddeutschland erfolgte, nämlich in Hamburg, soll jetzt ein Monitoring-Programm in der Metropolregion Hamburg etabliert werden.

Als invasive gebietsfremde Art soll deren weitere Verbreitung verhindert, zumindest gebremst werden.

Das LAVES Institut für Bienenkunde Celle ist in das Bundesländer-übergreifende Monitoring eingebunden.

Imkerinnen und Imkern kommt bei der rechtzeitigen Lokalisation von Nestern eine entscheidende Rolle zu,

da sie das Auftauchen von jagenden Arbeiter- innen der Asiatischen Hornisse womöglich an ihren Bienenständen beo- bachten.

Wir wollen Sie über das Monitoring-Vorhaben „AHlert-Nord“ informieren und zur Mitarbeit ermuntern.



©Dr. Otto Boecking LAVES Institut für Bienenkunde Celle



Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) fällt durch ihre prägnant dunkle Färbung auf
und lässt sich so gut von der heimischen Hornisse (Vespa crabro) unterscheiden.

Diese fällt hingegen durch ihren gelb-schwarz gemusterten Hinterleib auf.
Aufgrund dieser sehr spezifischen Farbgebung ist eine Unterscheidung zwischen
diesen beiden Hornissenarten sehr einfach möglich.

Arbeiterinnen der Asiatischen Hornisse erreichen eine Körperlänge von bis zu 2,5 cm,
Königinnen von bis zu 3 cm.
Damit sind sie etwas kleiner als die heimische Hornissenart, bei der Arbeiter-innen eine Körperlänge von bis zu 3 cm,
Königinnen von bis zu 3,5 cm erreichen




Grundsätzliches vorweg:


Beide Hornissenarten, die heimische und die asiatische, sind für den Menschen, allem Volksglauben zum Trotz, überhaupt nicht gefährlicher als beispielsweise andere Falten- wespen oder die Honigbiene. Die heimische Hornisse (Vespa crabro) ist als natürlicher Schädlingsbekämpfer und Bestäuber sehr nützlich für unser Ökosystem. Daher ist sie auch als besonders geschützte Art nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) Anlg. 1 in Verbindung mit dem § 44 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) eingestuft. Sie darf weder getötet, noch ihr Nest zerstört werden. Hingegen ist die unabsichtlich nach Europa eingeführte Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) als invasive gebietsfremde Art

eingestuft und nach der Verordnung (EU) 1143/2014 auf der sogenannten Unionsliste geführte. Sie befindet sich in Deutschland derzeit noch in der frühen Phase der Invasion. Daher muss jedes Auftreten umgehend gemeldet werden. Nach dem Vorsorgeprinzip und zur Schadensminimierung wird angestrebt, die Ausbreitung dieser gebietsfremden Art, soweit möglich und sinnvoll, zu verhindern bzw. abzubremsen. Die praktische Umsetzung von Maßnahmen ist allein Aufgabe der zuständigen Naturschutzbehörde. Daher darf und sollte auch niemand eigenmächtig ein gefundenes Nest der Asiatischen Hornisse entfernen oder die adulten Hornissen fangen und töten. Das überlässt man Spezialisten.


Der mögliche Einfluss der Asiatischen Hornisse auf Bienenvölker und auch auf die einheimische Biodiversität ist bisher für Mitteleuropa nicht abschließend geklärt. Nach aktuell publizierten Untersuchungen aus Frankreich, wo diese Hornisse schon seit über 16 Jahren invasiv ist und sich großflächig ausbreitet, erbeutet die Asiatische Hornisse zwar auch Honigbienen und soziale Faltwespen. Sie besitzen jedoch ein viel breiteres Nahrungs- spektrum, das wiederum stark vom Angebot abhängt. Somit deutet derzeit nichts darauf hin, dass die Asiatische Hornisse in Mitteleuropa ein ernstes Problem darstellt, weder für die natürliche Insektenvielfalt, noch für unsere Bienenvölker.


  Ein norddeutsches Monitoring soll vorbeugen

Nach den Erstnachweisen der Asiatischen Hornisse in Hamburg soll nun mit einem norddeutschen Monitoring-Programm deren Auftreten überwacht und entdeckte Vorkommen beseitigt werden.
Zunächst begrenzt sich dieses Monitoring räumlich auf die Metropolregion Hamburg.
Hierzu wird in Hamburg und den angrenzenden Landkreisen der Nachbarbundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit Hilfe
1. eines Citizen Science Ansatzes (Bürgerwissenschaft) Funddaten erhoben und 2. mit ortsansässigen Imkerinnen und Imkern ein Monitoring-Netz etabliert.
Imkerinnen und Imkern kommt nämlich eine entscheidende Rolle bei der rechtzeitigen Lokalisation von Nestern zu,
da sie das Auftauchen von jagenden Arbeiterinnen der Asiatischen Hornisse womöglich an ihren Bienenständen beobachten und dann melden können.


Zusammen mit dem NLWKN1 sind das LAVES Institut für Bienenkunde Celle für Nieder- sachsen in diesem norddeutschen Verbundvorhaben eingebunden.
Wir wollen die Imkerschaft aus der Metropolregion Hamburg ermuntern sich an diesem Projekt zu beteiligen.


1
Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz


AHlert-Nord – Asiatische Hornissen lokalisieren, erkennen, registrieren und terminieren

Ausgestattet mit Info-Material, Bestimmungshilfen sowie Informationen aus Schulungen beobachten die am Monitoring beteiligten Imkereien an bestimmten Monitoring-Tagen
für jeweils mindestens eine Stunden ihre Bienenstände und melden Sichtungen der Asiatischen Hornisse online über das AHlert-Portal.
Zum Zwecke der Vergleichbarkeit der Erfassungen sollen diese Monitoring-Tage in abgestimmten Zeitfenstern von jeweils zwei Wochen liegen (Kalenderwochen 21/22, 30/31 und 38/39).
Alle Meldungen werden dann fachlich geprüft und sofern Klärungsbedarf besteht, wird der Kontakt zur Melderin/zum Melder aufgenommen.
Gegebenenfalls werden im Anschluss daran die nötigen Schritte zur Beseitigung des Vorkommens eingeleitet.
Um die Anonymität der Melder und Melderinnen zu wahren, werden bestätigte Meldungen kartographisch und sonst wie nur so dargestellt,
dass der genaue Fundort und damit etwaige Bienenstände nicht nachvollziehbar sind.


Weitere Informationen finden Sie unter https://www.neobiota-hamburg.de/de/ahlert-nord/



  Wer sollte sich am Monitoring „AHlert-Nord“ beteiligen?

Zur aktiven Beteiligung und Registrierung beim imkerlichen Monitoring sind zunächst nur Imkerinnen und Imker aus der Metropolregion Hamburg aufgerufen: für Niedersachsen: sind die Imker und Imkerinnen aus den Landkreisen Cuxhaven, Harburg, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Soltau, Stade, Uelzen und Rotenburg Wümme aufgerufen.
Diese werden/wurden unterstützt durch die Kreisimkerverbände von uns über das Monitoring-Vorhaben informiert;
für Hamburg: zur Gewinnung von Imkerinnen und Imkern in Hamburg ist der Imkerverband Hamburg e.V. aktiv;
für Schleswig-Holstein: es sind die Imker und Imkerinnen aus den Landkreisen Herzogtum Lauenburg, Pinneberg, Segeberg und Stormarn zur Mitarbeit aufgerufen.



Wir würden uns freuen, wenn eine Vielzahl der Imker aus der Metropolregion Hamburg sich am Monitoring „AHlert-Nord“ beteiligt. So wird es eher gelingen die weitere Ausbreitung der Asiatischen Hornisse zumindest bremsen zu können.


  Jetzt anmelden und mitmachen beim norddeutschen Monitoring

Registrierung:
Zunächst muss man sich für die Teilnahme am Monitoring in der Kategorie „Imker- Monitoring“ unter https://www.neobiota-hamburg.de/de/registrierung-imker/ online registrieren.Online-Auftaktveranstaltung:

Am 11. Mai 2021 wird eine Online-Auftaktveranstaltung „Monitoring der Asiatische Hornisse in der Metropolregion Hamburg“ von 18:00 Uhr bis ca. 19:30 Uhr mit Kurz- vorträgen angeboten.
Dabei werden Hintergrundinformationen zur Biologie, Ökologie und zur Verbreitung sowie Beseitigung der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) in Norddeutschland vermittelt.
Zudem wird das Monitoring-Programm „AHlert-Nord“, sowie die dazugehörige Meldeplattform www.ahlert-nord.de vorgestellt.
Referenten sind: Dipl.- Biol. Kai Schütte (Universität Hamburg), Dipl.-Biol. Tobias Langguth (Behörde für Umwelt,

Klima, Energie und Agrarwirtschaft) und Dr. Otto Boecking (LAVES-Institut für Bienenkunde Celle).


Diese Auftaktveranstaltung ist nur Imkerinnen und Imkern aus der Metropolregion und den oben genannten Landkreisen vorbehalten.
Das ergibt sich auch aus der begrenzten Anzahl zu vergebener Zuschaltplätze in der Online-Veranstaltung.



Anmeldungen zur Online-Auftaktveranstaltung werden mit dem Betreff „Vortrag AHlert- Nord“ und Angabe des Namens und der E-Mailadresse ab sofort
über das folgende E-Mail- Postfach invasive-arten@bukea.hamburg.de entgegengenommen.
Aus technischen Gründen wird keine Eingangsbestätigung verschickt.
Zeitnah erhalten die angemeldeten Teilnehmer und –innen dann den Einwahl-Link sowie die Tagesordnungspunkte per E-Mail.




Für etwaige Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung

Wir verbleiben mit den besten Grüßen


Dr. Otto Boecking (Ansprechpartner für das Monitoring „AHlert-Nord“)

Dr. Kirsten Traynor


LAVES Institut für Bienenkunde Celle

Herzogin-Eleonore-Allee 5, 29221 Celle


Unsere Informationsangebote finden Sie unter: http://www.laves.niedersachsen…ticle_id=73177&_psmand=23


Folgen Sie dem LAVES auf Twitter: https://twitter.com/LAVESnds






Über den Autor

Das Institut für Bienenkunde Celle ist ein Kompetenzzentrum für alle Belange der Bienenhaltung sowie angrenzender Bereiche wie z.B. Pflanzenschutz, Landwirtschaft. Im Bieneninstitut sind 13 Mitarbeiterinnen und 16 Mitarbeiter sowie acht Auszubildende in den Bereichen Imkerei, Labor und Verwaltung tätig.
Durch überregionale Tätigkeit in den Bereichen Fortbildung,Forschung,Entwicklung hat das Bieneninstitut internationale Anerkennung.

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