Licht am Horizont neues Varroamittel - Lithiumclorid

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  • Mensch, das wäre ja mal was. Endlich ein Durchbruch bei diesem leidigen Thema.
    Gerade war ich dabei mich mit der Bienensauna auseinanderzusetzen. Bzw. gibt es da wohl auch eine beheizbare "Wabe" die eingehängt wird....hat da schon mal jemand von euch was gehört? Liebe Grüße
    Steph

  • Die Bienensauna wie auch die Bienenbeschallung sind sehr aufwendig in der Anwendung, wobei der Erfolg der Behandung nicht garantiert ist. Besser fände ich es, die Oxalsäurebedampfung in D zu legalisieren, unsere Nachbarstaaten haben da kein Problem mit. Das ist eine wirksame Methode, die praktikabel ist.

  • Am 7. April findet in Neugersdorf der 6. Oberlausitzer Bienenfachtag statt.
    https://www.saechsische-imkers…itzer-bienenfachtag-2018/
    Dort soll es auch einen Gastredner zu diesem Thema geben. Ich werde versuchen, ob ich den Samstag frei bekomme, so das ich da hin kann.
    Ich habe mich mal versucht, ansatzweise in das Thema Lithium einzulesen und zu verstehen, wie und warum das funktionieren könnte.
    - Lithium ist wie Natrium ein Element der 1. Hauptgruppe und steht über dem Natrium und ist chem. dem Natrium sehr ähnlich.
    - im Stoffwechsel kann Lithium an Stelle des Natriums treten, es aber nicht ersetzen. Deshalb sind Vergiftungen möglich. Es wird sehr schnell wieder über die Nieren ausgeschieden.
    - Lithiumsalze werden in der Psychiatrie zur Behandlung eingesetzt, da sie Stimmungsschwankungen vorbeugen und die Selbstmordrate verringern
    - deshalb sind die Toxizität, Verweildauer im menschlichen Körper usw. sehr gut in klinischen Studien erforscht
    - eine mögliche Risikobewertung bei Einsatz als Varroazid ist daher gut möglich


    Ich vermute folgende Wirkungsweise:
    - Lithiumsalze sind gut wasserlöslich und lassen sich über eine Fütterung mit Zuckerwasser verabreichen
    - Lithiumsalze sind dagegen nicht fettlöslich, belasten also nicht das Wachs, sondern nur Futtervorräte
    - die Dosierung ist so niedrig, das es für die Bienen gerade noch verträglich ist. Außerdem hat eine Biene eine relativ geringe Lebensdauer
    - die Milbe nimmt das Lithium über die Lymphe beim Saugen an der Biene auf
    - da die Milbe keine Niere, wie ein Säuger hat und sich Salze so nicht vom Halse schaffen kann, wird sich das Lithium in der Milbe anreichern, bis sie vergiftet ist
    - da Bienen zum Sterben den Stock verlassen, wird so auch das Lithium ausgedünnt


    Fazit:
    - wenn man keine bebrüteten Waben schleudert
    - nicht während der Tracht Lithium gibt
    - kein Winterfutter zur Trachtzeit in den Völkern lässt, was umgetragen werden könnte
    dann könnte das funktionieren.

    Füttere dein Kind mit Gele' Royale, dann wird aus ihm einmal etwas ganz Besonderes
    Entweder eine Bienenkönigin, oder ein Transvestit tongue.gif

  • Bis es zur Anwendung mit Lithium kommt werden noch ein paar Jahre vergehen.


    OS Verdampfung ist wegen negative Anwenderfreundlichkeit nicht in DE zugelassen.

    Euer Bienenrudi ;)


    Klugheit ist, die Kunst zu Erkennen, was man übersehen muß. (W. James)
    Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten! (Katharina von Siena)

  • Ich wende die OS-Verdampfung seit Jahren an, nachdem mir der Tipp dazu auf einer Imkerversammlung gegeben wurde. Ich war dort nur als Gast, der Ratgebende hat mir auch gleich noch etwas OS-Pulver mitgegeben. :thumbup:
    Richtig, die Methode ist nicht zugelassen, aber sie ist auch nicht verboten! Es wird immer wieder, auch im Bienenjournal darüber diskutiert, ob man denn nun zulassen sollte oder nicht. Es ist auch richtig, dass der Anwenderschutz eine wichtige Rolle spielt! - Aber das ist auch bei der Sprühmethode und Träufelmethode der Fall, auch beim Autofahren - Bäume können tödlich sein, wenn der Fahrer das Lenkrad nicht richtig benutzt!
    In diesem Winter musste ich die Varroabehandlung weitestgehend bis Mitte November abgeschlossen haben, weil ich danach bis Weihnachten weg war. Der Verdampfer kam 2x zum Einsatz, Anfang Nov. und 12 Tage später nochmal. Der Milbenfall war so stark, dass ich so froh war, nicht bis Weihnachten gewartet zu haben! Als ich wieder zu Hause war, ergab die Kontrolle nach Weihnachten, dass von allen Windeln nur auf einer Windel eine einzige Milbe lag, nach 4 Tagen Kontrollfrist!


    Den Varrox- OS-Verdampfer gibt es bei großen Händlern auch in DE zu kaufen, nicht aber das Pulver mit der ".vet"- Zusatzbezeichnung. Die gleichen Händler, die bei uns die Verdampfer verkaufen, handeln nur die techn. OS, die für die Reinigung von Zubehör bestimmt ist. Ich habe im Herbst mal bei einem Händler angerufen, Name ist unwichtig! Meine Frage bezog sich auf genau den Sachverhalt: Sie verkaufen den Varrox, ich brauche das Pulver. Nach längerer etwas abstruser Diskussion, in der der Händler monoton wiederholte, er dürfe kein vet-Pulver verkaufen, habe es auch nicht, weil die Methode nicht zugelassen sei. Auf meine Frage, ob die techn. OS anwendbar sei, erhielt ich keine direkte Antwort, nur dass er nicht gehört habe, dass jemandem bei Anwendung der techn. OS ein Volk zu Schaden gekommen sei... Na toll!
    Unsere Nachbarländer haben mit der Behandlungsmethode kein Problem, dort gibt es auch das für Bienen vorgesehene Pulver im Handel. Bei einem kürzlichen Lehrgang in Berlin (!) hörten meine erstaunten Ohren, dass die Verdampfung von OS sogar mehrmals, also auch öfter als 2x, durchgeführt werden kann, ohne erhöhten Totenfall oder gar den Verlust der Königin befürchten zu müssen!
    Bei einer Wiederholungsbehandlung werden die Milben erreicht, die bei der 1. Behandlung (ca. 10 Tage vorher) in vorhandener verdeckelter Brut saßen. Auch die Verdampfung wirkt nicht in die verdeckelte Brut hinein.
    Wie lange daran schon geforscht wurde/wird und mit welchen Ergebnissen könnt Ihr in einem Link in Dateianhänge (unten) öffnen und lesen.


    Da die Völker bei den Wintern der letzten Jahre kaum noch aus der Brut gehen, gibt es ein Problem mit dem Träufeln der Säure. Das darf nämlich nur 1x gemacht werden! - Da tröstet auch nicht der aktuelle Infobrief der Bieneninstitute, wo so in etwa steht: Auf jeden Fall träufeln, ach das bischen Brut mit Milben drin ..., immer noch besser als gar nicht zu träufeln.
    Und das ganz neue, zu erwartende Mittel ist im Kunstschwarm getestet worden, also auch nur im brutfreien Zustand!.... ;( (siehe Link unten).


    http://bienenkunde.rlp.de/Internet/global/themen.nsf/0/5B300A625864EBCEC1257FD5002FCF0D/$FILE/Infobrief_2018_01.pdf

  • Danke Anne. Da hattest Du einen sehr scharfen Blick. Man liest so viel (Informationsflut) und dass hier am Kunstschwarm getestet wurde, war in dem ersten Artikel gar nicht aufgeführt und womöglich hätte man dieses wichtige Detail auch noch überlesen.


    Ich habe mir das Forschungsergebnis zur Oxalsäure als kleine Bettlektüre ausgedruckt.

  • Hallo liebe Ute, und ich gehe davon aus,dass Du danach gut geschlafen hast!? Oder auch nicht, weil Du schleunigst das Teil besorgen möchtest? :D
    Einer der größten Vorteile neben der mehrfachen. Anwendbarkeit ist eben auch, dass die Völker nicht geöffnet werden brauchen. Da wird immer wieder auf die Wichtigkeit der Winterruhe hingewiesen, dass die Völker nicht "auseinandergerissen" werden sollen und dann wird eine OS-Sprühbehandlung zugelassen und empfohlen :cursing: . Ich würde niemals jede Wabe einzeln und mit der notwendigen Gewalt (wegen des Propolis) freimachen, rausheben und dann besprühen! Und das bei niedrigen Temperaturen... Und auch diese Methode wirkt nicht in die verdeckelte Brut, müsste also wiederholt werden in durchbrüteten Wintern. Da braucht sich wirklich keiner mehr über Verluste zu wundern.
    Die Verdampfungsmethode wird in naher Zukunft zugelassen werden, muss sie einfach. Auch schon deshalb, damit die (inzwischen nicht wenigen) Anwender nicht die technische OS nehmen, sondern die OS.vet, die dann auf den Markt dürfte, natürlich zum dreifachen Preis....

  • Also mit der Zulassung der OS-Sprühmethode habe ich mich auch gewundert, eben weil gerade diese schnell zu Unfällen führen kann. (Bin auch kein Freund von Milchsäure.) OS sprüht man aber auch nicht im Winter.


    Die meisten Magazinbeuten haben großflächige Gitterböden. Auch nach dem Einschub des Kontrollbodens bleibt es noch ordentlich Durchlässigkeit. Von daher ist die OS-Verdampfung in solchen Beuten völlig zwecklos.


    Z. B. brauche ich die Beuten durch den hohen Brutraum gar nicht auseinanderreißen, um die OS zu träufeln.


    Bei Hinterbehandlung macht Verdampfen Sinn. Ich habe aber auch dort inzwischen geträufelt, geht, ist aber auch ein bischen Blindflug, weil man nicht genau sehen kann, ob man die Bienen trifft.


    Es ist überall etwas anders und individuell.


    Ich vermute, dass es einen Unterschied in der Wirkung ausmacht, ob man die Oxalsäure verdampft oder träufelt. Träufeln dürfte m. E. intensiver wirken. Ich würde mich nicht trauen, die Bienen 2 x mit OS zu träufeln. Bei der Träufelmethode übersäuern die Bienenkörper. Von daher halte ich eine allgemeine Angabe zwei- oder gar mehrfach mit OS zu behandeln ohne gleichzeitige konkrete Ausführungen mit welcher Methode und mit welcher Mengenangabe für riskant; das ist zu pauschal. Um Verluste zu vermeiden, habe ich die empfohlenen Mengen sogar noch reduziert von 50 ml auf lediglich 30 ml für ein großes Volk, für kleine Völker 15 - 20 ml.


  • Die meisten Magazinbeuten haben großflächige Gitterböden. Auch nach dem Einschub des Kontrollbodens bleibt es noch ordentlich Durchlässigkeit. Von daher ist die OS-Verdampfung in solchen Beuten völlig zwecklos.

    Da kann ich überhaupt nicht zustimmen! Ich habe die Beuten von den Vogtland-Werkstätten. Die Bodeneinlagen schließen gut genug, ich prüfe vorher, ob sie evtl. etwas durchhängen. Vorsichtshalber drücke ich sie fest nach oben ans Holz und halte die Position dann mit einem kurzen Klebestreifen. Das ist ne Sache von Sekunden. Wenn die Verdampfung dann in vollem Gang ist, kann ich ja von Weitem beobachten, ob da etwas aus den Ritzen austritt oder nicht. Und ich kann mich überhaupt nicht beklagen! Generell müssen natürlich alle Öffnungen verschlossen werden! Ich nehme feuchte weiche Handtücher, die schmiegen sich in die Ritzen, Schaumstoff geht auch. Der OS-Dampf steigt durch die Wärmeentwicklung auch generell nach oben.
    100%-ige Dichtheit wird man nicht erreichen, deshalb ist ja auch der Anwenderschutz notwendig, aber 98% sind völlig ausreichend und erfolgreich! Ich meine: so gut wie Null Milben auf den Windeln 4 Wochen danach - das ist doch ein passables Ergebnis!? "Zwecklos" sieht anders aus, also einfach erstmal testen.
    Aber um Gottes willen nicht mit brennenden Teelichtern innnerhalb der Beute, wie vom Dr. Liebig im Bienenjournal 11/2017 auf S. 14-15 beschrieben! Da kann einem ja schlecht werden!! <X
    Lest Euch doch einfach mal die Beschreibung vom Varrox-Verdampfer im Internet durch. Um allen Zweifeln vorzubeugen - ich stehe nicht in persönlicher Verbindung mit der Herstellungsfirma, bin einfach nur überzeugte Anwenderin. :thumbup: