Jungimkertagebuch Susanne ab 2009~~26.01.13

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  • Date: 26.01.13


    Jungimkertagebuch Susanne ab 2009



    Hallo zusammen,


    wie versprochen versuch ich hier aucheine Art Jungimkertagebuch zu schreiben und hoffe, dass es Jungimker interessiert und Altimker amüsiert ;-)


    ….......schon als Kind war ich sehr Naturverbunden und mochte Tiere und fand auch Insekten, aber vor allem Ameisenstaaten sehr spannend. Ich habe ihnen oft Zucker oder Hindernisse auf die Straßen gestreut und beobachtet, wie die Nachrichtenübermittlung funktioniert.


    Ich muss gestehen, dass ich das auchheute noch mache, wenn ich eine Ameisenstraße entdecke :D


    Leider konnte ich meinen Traum voneinem eigenen Garten erst vor einigen Jahren verwirklichen. Aber seit dem gärtnere ich leidenschaftlich.


    Vor 3 Jahren hat eine Freundin von mir auf unseren Spaziergängen mit den Hunden erzählt, dass sie seit neuestem Bienen habe. Das hat mich sofort begeistert und neugierig gemacht und ich hab ihr Löcher in den Bauch gefragt. Ich war fasziniert, als sie erzählte, wie die ganzen Abläufe in einem Bienenvolk gehen und was da alles passiert.


    Ich wollte auch Bienen haben !!!:P


    Im Winter 2009/ 2010 habe ich den Imkerlehrgang hier in Bremen besucht


    …....Fortsetzung.........


    Patenimker wider Willen und der erste Einsatz meines Smokers „


    Irgendwann im zeitigen Frühjahr 2010,habe ich mit einem Nachbarn in unserem Parzellengebiet gesprochen und wir kamen beiläufig auf das Thema Bienen - dass ich den Lehrgang mache und dass ich Bienen halten will.


    Er war begeistert, und wollte mehr über das Thema wissen. Er erzählte mir, dass er einen anderen entfernten Nachbarn kennt, dessen Frau schon seit Jahren imkert und er wollte die beiden mal auf das Thema ansprechen und fragen ob er von ihnen Bienen haben könnte. Ich meinte nur: "willst du nicht erst mal einen Kurs machen ? Das ist nicht so einfach, du brauchst nen Imkerpaten, das ist kompliziert....usw. Er meinte nur: " Wieso, du hast doch Ahnung."


    „Jooooooooo dachte ich, bestöööömt hab ich Ahnung !!!! Und wiiieee !!!“ :s


    Naja nach ein paar Tagen hatte ich dasThema vergessen.


    Die Zeit verging, ich kam nicht zu Bienen, weil im Frühjahr einfach keine Ableger für einigermaßen kleines Geld zu kriegen waren. Zwischendurch hatten wir noch ein oder zwei mal darüber gesprochen, dass es kaum Bienen gibt und ich immer noch keine hatte, aber das wars auch schon.


    Irgendwann Ende Mai an einem Vormittag brüllte plötzlich jemand vorne am Tor:"Susanne !!! Die Bienen sind da !!!" Ich wusste gar nicht worum es ging.....


    Naja da standen die beiden Imkersleute mit 2 Ablegern vor meiner Tür. Einen für meinen Nachbarn und einen für mich....:-) Mir brach der Schweiss aus.....


    Wie wo was - die Bienen sind da???......
    Welche Bienen ?...... Meine Bienen ?…...Hatte ich welche bestellt ??? :confused:


    Mein Nachbar meinte nur:" Du hast doch noch keine und ich auch nicht und dann hab ich das mal organisiert......"


    Ich hatte schon einen Standplatzvorbereitet, mein Nachbar nicht. Also haben wir das kurzerhand gebaut. Wir haben noch ein wenig mit den Imkern gesnackt und dann sind sie abgezogen mit den Worten: "Ihr kriegt das schon hin." Um 14 Uhr hatten mein Nachbar und ich Bienen !!!


    Nuuuuun denn !!!


    Nach ungefähr ner Woche sollten wir füttern, weil die bis dahin Futter hatten....mit meinen Bienen hab ich das in voller Ausrüstung auch hingekriegt - hatte vorher nochmal nachgelesen, was man füttert und wieviel. Dann bin ich rüber zum Nachbarn ...


    …...Er hatte keine Ausrüstung, er meinte: "macht nix, ich pack mich irgendwie ein..."


    „Ok !!!“... dachte ich....und bin wieder zu mir und hab meinen Krempel eingepackt, zu ihm rüber...tolle Sachen...nen neuer Smoker..... Imkertabak.....neuer Stockmeisel,....usw......Er hatte sich schon eingepackt in einen Kaputzenpulli, darüber eine schwarze Plastikjacke....dicke Gummihandschuhe....eigentlich guckte nur noch die Nase raus.....


    Ich hab gesagt:"geht gleich los..... ich muss nur noch meinen Smoker anmachen !......"


    ......wie macht man einen Smoker an ?????


    Ok, kann nich so schwer sein.....


    .....Ich hab ungefähr ne halbe Stunde gebraucht bis das Ding an war....


    Er stand derweil fluchend im Schatten....bei 30 Grad :D
    Unsere Kleidung fing langsam an davonzu fliessen......und er war am fluchen:" mach hinne !!! Ich kollabier gleich!"
    Ich konnte den Smoker kaum noch bedienen vor lachen und meinte zu ihm:" stell dich nicht so an, die Geschichte kannst du deinen Enkeln noch erzählen !!! „


    Naja das Ende vom Lied war natürlich,dass wir es irgendwie hingekriegt haben, die Bienen zu füttern.....


    ….....Fortsetzung........bald......


    der fast verbrauste 2. Ableger“
    [hr]
    der fast verbrauste 2. Ableger“


    Meinen 2. Ableger habe ich Anfang Juni vom Lehrbienenstand unseres Vereins gekauft. Er war ein prall durch gebrüteter 5 Wabenableger.


    An dem sehr warmen Abend fuhr ich zum Lehrbienenstand und nahm ihn, in der 5 Waben Styro Box, entgegen. Da dort eine Veranstaltung war, waren alle ein wenig in Hektik und ich konnte dazu nichts mehr fragen und mir wurde auch nichts erklärt. Ich hab mir auch keine Gedanken dazu gemacht und bin fröhlich zu meinem Bienenstand gefahren – eine Fahrt von ca. 40 Minuten. Eigentlich wollte ich noch bei meinen Eltern vorbei schauen, was ich dann zum Glück doch nicht mehr gemacht habe...


    ….denn als ich am Stand ankam und den Motor abstellte, hörte es sich hinten im Kofferraum an, als würde eine Machine laufen..... Ich dachte nur „schock – was ist da denn los ?“ Und mir fiel sofort ein, dass ich im Kurs mal etwas über verbrausen von Bienenvölkern gehört hatte.


    Schnell lud ich den Ableger aus, stellte ihn an den vorbereiteten Platz und zog den Schaumstoff aus dem Flugloch. Die Bienen quollen förmlich aus der Box und eine Mannschaft von mehreren 100 Bienen stellten sich sofort fächelnd vor den Eingang.....


    Am nächsten Tag beim umhängen in eine normale Beute, hab ich gesehen, dass die Ablegerbox überhaupt keine Belüftung geöffnet hatte....


    das war wohl grade nochmal gutgegangen.


    ..........Fortsetzung .......bald..........


    die erste Durchsicht der Völkchen und das „Pushen“ meiner Ableger“
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    die erste Durchsicht der Völkchenund das „Pushen“ meiner Ableger“


    Zu meinem ersten Ableger – der einkräftiger 12 Waben Königinnenableger war, bekam ich die Info: „die haben genug Futter für eine Woche“


    Mein 2. Ableger war, wie schon gesagt,voll durch gebrütet und musste sofort gefüttert und erweitert werden. Nach dem Umsetzen hatte ich 2 Mittelwände ans Brutnest gehängt und in einer Halbzarge erst mal ein dickes Stück Teig aufgelegt. Das war das erste Mal im Leben, dass ich eine voll mit Bienen besetzte Wabe in der Hand gehabt habe......(schwitz)


    Nun stand ich da, eine gute Wochespäter.....alleine mit meinen ersten Bienen....hatte keinen Patenimker....und musste langsam mal handeln.....


    - durchsehen und erweitern
    - Futterstand kontrollieren.....
    - nach dem Brutnest und nach STIFTEN ^^schauen.....


    ….ich...??!! :s


    ….ja vor den Beuten sitzen war schön...ihnen beim fliegen zuschauen....die Pollenhöschen sehen...:blush:


    ….füttern...von oben...mal eben schnell...war auch kein Problem.....:-)


    …...Aber was muss ich jetzt eigentlich machen ?...... Erweitern, das war klar, aber wie genau?....hatten wir das im Kurs ?...... Wenn, ja hab ich das vergessen....und nach was muss ich jetzt eigentlich gucken ?


    ….Futterstand...ok, das krieg ich hin....nach Stiften schauen... das heisst die Königin ist da und legt.... Aber wie sehen Stifte genau aus..... ?....erkenn ich die...?....hab ich die Ruhe danach zu gucken, wenn mir Bienen über die Hand laufen ?....


    Ich hatte mich am Lehrbienenstand nie ganz nach vorne gedrängelt, weil die in der ersten Reihe Stiche abbekamen, wenn gestochen wurde :D


    Fragezeichen und Erinnerungsfetzen aus dem Kurs umkreisten meinen Kopf......
    und ich umkreiste meine beiden Ableger wie ein Tiger seine Beute.....


    Zum Glück hatte ich das Buch „Grundwissen für Imker“ und das Internet und googelte und las erst mal fleißig. Dann ging es besser, die Erinnerung an die Kursinhalte kamen zurück und einige Zusammenhänge wurden mir klarer. Also konnte ich dann erfolgreich meine erste Durchsicht machen.


    Der Königinnenableger bekam eine 2.Zarge mit Mittelwänden, der 5 Waben Ableger hatte mehrere Mittelwände bereits ausgebaut und zum Teil bestiftet. Die unbestifteten Waben hab ich in das Brutnest gehängt und weitere Mittelwände zum Ausbauen gegeben. Ich hatte gelesen, dass ein Ableger bei kontinuierlicher Fütterung, auf diese Weise optimal wächst.


    Und so war es dann auch. 14 Tage nachdem ich den Ableger bekommen hatte, musste ich die 2. Zarge aufsetzen.


    …..........Fortsetztung...........bald


    Schwarmfang mit Hindernissen“
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    Schwarmfang mit Hindernissen“


    Meine Bekannte rief mich an und fragte:„willst du einen Schwarm haben ?“ Ich: „ääähhh ja klar, wie wo wann ?“ Sie: „jetzt sofort, zieh dich an und kommt da und da hin !“


    ….Das war ich noch nicht gewohnt....wie jetzt....keinen Kaffee mehr trinken ? Keine rauchen ?


    Ich muss etwas vorweg schicken....


    …..bevor ich meine ersten Bienen hatte und noch in ungeduldiger Warteschleife war, wurde ich von ihrem Vater, einem sehr erfahren Imker mit etlichen Völkern, eingeladen und konnte seine Frühjahrsdurchschau mit Honigraumfreigabe, beobachten.


    An dem Tag wollte und konnte ich aber nicht pünktlich bei ihm sein, weil die Läufigkeit meiner Hündinnen gerade vorbei war und ich die beiden unbedingt mal wieder auslasten musste. Ich hatte daher vorher bei ihm angerufen, die Gründe erklärt und gefragt, wie lange er denn an seinen Völkern arbeite und ob ich eine Stunde später kommen könnte. Am Ende des Tages sagte er mir nur ganz ruhig: „Du musst dir überlegen was Priorität hat. Wenn du deinen Hunden den Vortritt lässt, wirst du Probleme mit deinen Bienen haben. Bienen fordern oft sofortiges Handeln. Da kann man nicht gassi gehen oder Punkt 12 Mittag essen. Das fand ich damals sehr anmaßend und hab es nicht verstanden.....damals noch nicht.....;-)


    Ich hab mich also sofort in meine Imkerklamotten geschmissen, meinen Schleier unter den Arm geklemmt und zur Schwarmadresse geradelt. Meine Bekannte war schon da und der Schwarm hing artig im Apfelbaum. Eine Leiter stellte der Kleingartenbesitzer, der, seine Frau und seine Hündin (die sich nicht mehr aus der Laube traute, wegen der Bienen), von unserem Mut die Viecher zu fangen offensichtlich seeeehr beeindruckt waren.


    Ich war stolz wie Oskar :D


    Der Schwarm hing etwa in 2,50m Höhe in einem Apfelbaum und außer, dass unter ihm, im Rest der Traube ein Zweig war, hinderte nichts ihn einfach in den Fangkasten abzuschütteln. Meine Bekannte stieg auf die Leiter, nahm eine Astschere, ich hatte den Fangkasten im Anschlag und ….knips......schnitt den klitzekleinen Ast ab, der im unteren Drittel der Traube steckte......


    Darauf fiel die ganze Traube runter und auf sie drauf.....


    Zum Glück hatte sie nen Schleier auf und keine Gummistiefel an. Aber sie kam sehr langsam und bedächtig von der Leiter und sah aus als wenn eine Kuh sie angeschissen hätte, soviele Bienen saßen auf ihr.....


    Die Leute, denen der Garten gehörte verzogen sich langsam aber sicher wieder in ihr Häuschen, denn die Luft war voll von ca. 15.000 Bienen, die irritiert waren und ihre Königin suchten......:D


    Ich dachte nur...okay, das ist ja irgendwie schief gegangen...


    ich sagte ihr: „ du siehst aus wie von ner Kuh angeschissen, so viele Biene sitzen auf deinem Hut und deinen Schultern. Sie bewegte ganz langsam und sagte nur: „alles ok, wir müssen jetzt nur warten, die sammeln sich da oben gleich wieder.“


    Ich dachte nur:“alles gut ?“ ^^ ?


    Ok, tief durchatmen und ruhig
    bleiben....


    …..auf mir saßen auch hunderte von Bienen.....


    Und so war es dann auch. Es war alles gut....


    Nach einer halben Stunde war sie wieder„sauber“ und die Bienen oben in der Traube. Wir haben den Schwarm dann noch einmal in den Kasten geschüttelt und 10 Minuten beobachtet, wie die Bienen sterzelnd mitteilten, dass Mami im Kasten ist und ich konnte abends meinen ersten Schwarm nach Hause tragen......


    ….Fortsetzung folgt.....bald.....


    mein erster selbst gebauterAbleger und böseste Räuberei“

  • Liebe Susanne,super spannend geschrieben,
    an dir ist eine Roman-Schreiberin verloren gegangen.
    Mein Kompliment möge andere mit ähnlichen Erfahrungen auch hier posten oder ihre Fragen äußern wie man es besser machen kann, als du bei deinem ersten Versuch einen Schwarm einzufangen. Toll ist, dass du bzw. ihr nicht aufgegeben habt und der zweite Versuch geklappt hat.
    Da sieht man aus Fehlern kann man lernen und zu Imkerstolz finden. Möge er nicht zu Hochmut führen sondern zum Mitteilen an die, die davor stehen sich auf das Halten von Bienenvölkern einzulassen um Schöpfung zu bewahren oder zu erhalten. Irgendwann wird dann aus einem Bienenhalter auch ein richtiger Imker;denn Übung macht den Meister siehe Bienenrudi!
    Gruß Helmuth

  • Hi Susanne,


    So ein Tagebuch ist super Hilfreich. Gerade für mich als Anfänger zeigt es die Fehler auf. Aber vorallem das Vorgehen. Mich interessiert auch sehr, für welche Beuten du dich entschieden hast, wieviel Zeitaufwand du real hast und welche Informationsquellen/Seminare/Kurse dir besonders weitergeholfen haben. Das "Grundwissen für Imker" hast ud mir ja schon empfohlen, und ich muss sagen diese Quelle ist exelent! Berichte bitte weiter, über ein paar Bilder würde ich mich riesig freuen :D Ich helf dir gern auch per Teamspeak weiter, wie du diese einbinden kannst.

    Grüße,
    Fabian

  • Ja super Fabian,
    das machen wir im TS, ich komm damit nämlich nicht klar. Wann bist du da ? Heute abend ?


    Die Beuten die ich benutze sind größtenteils Frankenbeuten und ein paar Segeberger. Beide Beuten eignen sich für DN. Für den Norddeutschen Raum wurde mir empfohlen auf DN (Deutsch Normal Maß) zu imkern, weil es hier am verbreitetsten ist und es insofern einfacher ist, wenn man Ableger kauft oder verkauft, oder sich mit einem befreundeten Imker vielleicht mal mit Rähmchen, oder Waben oder Futterwaben aushelfen muss. Die Beuten hab ich gebraucht gekauft und im Verein am Reinigungstag vor dem Einzug der ersten Bienen desinfiziert.


    Das wär auch noch ne Geschichte für das Tagebuch. Mein gebrauchtbeuten Kauf und Transport über Ländergrenzen hat nämlich ne Menge ganz hoher Wellen gemacht, die ich mir als Jungimker gar nicht erklären konnte :-) Aber das erzähle ich ein andermal. Oder füge es an den Punkt ein, wo es hingehört.


    zu deinen anderen Fragen komme ich später noch


    Und danke für das Lob von euch beiden....der nächste Teil ist gleich fertig :-)


    Gruss
    Susanne
    [hr]
    mein erster selbstgebauterAbleger und böseste Räuberei“


    Vom meinem ersten "Völkchen"habe ich im gleichen Sommer noch einen ersten Ableger am Heimstand"gebaut" (3 größtenteils verdeckelte Brutwaben)


    und damit hatte ich meine 4 erstenKisten voll.....


    Dann ein paar Tage später, es wargrade eine Trachtlücke (das wußte ich natürlich noch nicht) und durch einige Fehler die ich gemacht hatte, durfte ich Erfahrungen mit heftigster Räuberei machen....


    Die Räuberei betraf meinen selbstgebauten Ableger. Ich hab bei den Fütterungen sehr sorgsam drauf geachtet, dass ich nicht klecker. Aber die Räuberei ging los, als ich Vormittags (wie gesagt in einer Trachtlücke) ein Volk zum nachgucken kurz geöffnet hab (Was Jungimker immer, dauernd und viel zu oft machen :P........


    …....nach 5 Minuten war die Höllelos......jeder gegen jeden..... so kannte ich meine braven Bienchen noch gar nicht.........^^


    ….an jeder Beute saßen an denFluglöchern und an den Falzen Bienen......an jedem Flugloch wurde sich gekloppt, gehauen und gestochen......


    Ich hab das Volk natürlich sofortwieder zu gemacht, aber die Stimmung war gekippt und irgendwie die haben sehr schnell rausgefunden, dass sich der kleine Ableger nicht wehren kann....


    Nun stand ich da.....Hilfe.....tausendeaufgebrachter Bienen um mich rum und ein Handball großer Knäul Bienen am 1cm Flugloch meines neuen Ablegers. Zu der Zeit hatte ich noch keinen Außenstand und keine Ahnung wie man einen Ableger auf dem Heimstand bildet. Leute die ich anrufen konnte, hab ich nicht erreicht. Ich hab heeeeeecktisch in meinen Büchern gelesen, was ich tun könnte.....


    Da stand z.B. eine leere Beute nehmen,die Waben des Ablegers hinein geben und die nun leere Ablegerbeute an dem Platz stehen lassen. Irgendwann würden die Räuberbienen merken, dass nichts mehr zu holen ist. Das hat auch ein paar Minuten funktioniert, aber die Räuber hatten schnell gemerkt, dass ich den Ableger nur verstellt hatte und waren zu tausenden wieder da. Dann hab ich das Flugloch verschlossen und bis Abends gewartet, den Ableger nochmal verstellt und gehofft, dass es hilft. Aber früh morgens beim ersten Flugwetter ging es weiter. Dann hab ich den Ableger in meine eine Kleingartenhütte gestellt, die Bienendicht ist. Nach 10 Minuten waren die Fenster voller Bienen die raus wollten...die Räuber, die nach Hause wollten. Ich hab die Fenster geöffnet und die Räuber raus gelassen....


    Nach weiteren 10 Minuten waren nochmalhunderte Bienen an den Fenstern und als ich sie rauslassen wollte, wollten aber von draußen mindestens die dreifache Mengen an Bienen wieder rein.....Fenster auf 100 Bienen raus 300 Bienen rein....das Spiel hab ich dann mit immer größer werdenden Bienenmengen 3 mal gemacht und es dann irgendwann gelassen und bis zur Dämmerung gewartet um die Bienen raus zu lassen. Das Flugloch von dem Ableger hab ich dann verstopft und gehofft, dass eine Dunkelhaft von einem Tag dem Völkchen hilft....


    Einen Tag später hab ich dann die Türder Hütte und das Flugloch 1cm geöffnet und da die Beute genau an der Tür stand, flogen Bienen aus, sie orientierten sich und flogen sich ein.. Ich beobachtete eine halbe Stunde und es schien gut zu gehen....


    Ich ging dann in meinen anderen Gartenund gegenüber gärtnerte vor mich hin. Nach etwa 1-2 Stunden hörte ich lautes Getöse vom Bienenstand....die ganze Luft war voller Bienen und die waren schon wieder dabei den Ableger und sich gegenseitig auszurauben. Ich hab sofort das Flugloch verschlossen und die Tür der Hütte geschlossen.Und das was ich dann sehen durfte, hätte ich fotografieren müssen, aber leider hab ich in dem Moment nicht daran gedacht.....


    …...Die ganze Tür war von Bienenbelagert, sie war schwarz vor Bienen. Die meisten hingen an den Ritzen der Tür und es sah aus als wenn an der Tür kleine Schwärme hingen. Nach 10 Minuten waren auch meine Fenster von innen schwarz von Bienen, die wieder aus der Hütte wollten. MONSTER dachte...was für MONSTER. Die kleinen lieben Geschöpfe, die sich gegenseitig im Stock so betüddeln und so fleissig von Blüte zu Blüte fliegen und sich von mir überhaupt nicht stören lassen, wenn ich an ihrem Brutnest rumwurschtel und mich nicht stechen....können sich von einer Minute auf die nächste in MONSTER verwandeln ! :@


    Mir wurde klar, dass ich gar nichtsmachen kann. Ich konnte nicht in die Hütte die Bienen befreien und auch nicht dem Ableger helfen. Ich konnte nur weiter gärtnern und auf die Dunkelheit warten. Ich war ECHT genervt und dachte ich bin ja wohl zu blöd zum imkern.....


    Ein Außenstand musste her, wenn ichden Ableger retten wollte. Also mussten meine Eltern sich nun an dem Gedanken an Mitbewohner gewöhnen :D


    Am nächsten Morgen bin ich das zweite Mal mit Bienen im Auto gefahren und das war immer noch sehr gewöhnungsbedürftig und ich bin gaaaanz vorsichtig gefahren, zumal in der Kiste heftigstes Getöse war, weil noch eine riesige Menge an Räuberbienen drinnen waren und UNBEDINGT raus wollten.


    Bei meinen Eltern hab ich die Beutedann aufgestellt und wollte nur mal kurz durch die Folie gucken, wie es drinnen aussieht. Dabei hat der Wind die Folie ein wenig hoch geweht und sämtliche ziemlich ungehaltenen Räuberbienen sind wie ein Strahl RAUS aus der Kiste (meine Eltern haben sich gleich ins Haus verkrümelt :D.....


    die Bienen sind hochgestiegen, habenversucht sich einzufliegen, haben vermutlich dumm geguckt, weil sie keine Orientierung mehr nach Hause finden konnten und sind nach ca 5 Minuten (in denen ich schnell das Flugloch geöffnet hatte) wieder zurück gekommen und es blieb ihnen nichts anderes übrig als den Ableger nun als ihr neues Zuhause an zu sehen :P


    Der Ableger hat sich gut entwickelt und ist gut eingewintert.


    …....Fortsetzung.......bald


    "AFB Sperrbezirk"

  • Hallo Susanne, auch ich fand deine beiden Berichte spannend und mit einem hohen Unterhaltungswert ;)
    So viel habe ich nicht zu berichten, aber an eine Begebenheit zu Anfang meiner Imkerei erinnere ich mich noch ganz gut.
    Ende Juni erhielt ich meine 3 Ableger und war happy, das alles gut lief und sie bei Gaben von Futtersirup und Mittelwänden prächtig gedien.
    Ende August, es war heiß und trocken. Pollen gab es massenhaft, aber Nektar war keiner zu holen.
    In dieser Zeit ereigneten sich an 3 aufeinanderfolgenden Tagen ein paar "komische" Dinge, die ich nicht einordnen konnte. Um meine Werkzeugkiste und ein paar einzelne Leerzargen lungerten ein paar penetrante Suchbienen herum. Ansonsten verirrten sie sich nicht in diesen abgeschatteten Bereich. Es wurde immer schlimmer. Im Fallrohr, um den Sonnenwachsschmelzer und an jeder Ritze lunkerten ziemlcih penetrante Bienen rum. Um meine 3 Völker kreisten mehr Bienen, als gewöhnlich beim Einfliegen der Jungbienen. Am 3. Tag gab es einen Räubereiversuch gegen mein schwächstes Volk. Ich hatte die Fluglöcher ohnehin eingeengt, verringerte jetzt aber auf eine Bienenbreite.
    Der Gedanke an einen Schwarm ging mir schon damals durch den Kopf, aber ich dachte an einen Eigenen. Nur, alle Kisten waren noch gut gefüllt, es fehlten nirgends Bienen. Irgendwie konnte ich das alles nicht einordnen.
    Dann einen weiteren Tag später, hatte ich unter dem Beutendeckel des überfallenen Volkes 1-2 Handvoll Bienen als Bart hängen.
    Nun dämmerte mir, was sich in den vergangenen Tagen abgespielt hatte. irgendwo in der Umgebung war ein Hungerschwarm ausgezogen. Dessen Sucher erkundeten jede Ritze und jeden Spalt. Als das nichts brachte, setzten sie alles auf eine Karte und wollten das schwächste Volk übernehmen. Als sie auch dort erfolglos blieben, kampierten sie dann im Freien am beutendeckel. Ein paar Wochen später erhärtete sich meine Theorie, denn das angegriffene Völkchen hatte Milben ohne Ende! Mehr als die 10 fache Milbenbelastung meiner beiden anderen Völker. ich konnte die Milben schon garnicht mehr zählen. Nach der AS Behandlung lagen unterhalb der Wabengassen die Milben übereinander und bildeten regelrechte "Kokserlinien" Daraufhin behandelte ich kurzentschlossen noch ein weiteres Mal. Ich hatte Glück und aus allen 3 Ablegern entwickelten sich prächtige, starke Wirtschaftsvölker, die viel Honig und weitere Ableger einbrachten. Im Nachhinein war ich stolz, das ich instinktiv alles richtig gemacht hatte. Aber mittendrin war ich am Grübeln, ob die Imkerei -noch dazu ohne Paten - für mich das Richtige wäre :D

    Füttere dein Kind mit Gele' Royale, dann wird aus ihm einmal etwas ganz Besonderes
    Entweder eine Bienenkönigin, oder ein Transvestit tongue.gif

  • Hallo Gerald,


    auch ne schöne Geschichte :D


    was man / frau als Jungimker so alles erleben kann ist schon spannend....


    Gruss
    Susanne


    PS: Ich hab meine Schilderungen oben, durch noch einige weitere Geschichten, die mir noch eingefallen sind, ergänzt. Ich hab sie oben in meinen Bericht eingeschoben, weil sie zeitlich da hingehören und sonst alles durcheinander gerät.

  • AFB Sperrbezirk


    Kurz nachdem ich den beräuberten Ableger zu meinen Eltern gebracht hatte, entdeckte man im Umkreis von meinem Heimstand einen Faulbrutherd und ich war mit meinen Bienen mitten im Sperrbezirk. Das bedeutete für mich, kein Zukauf von Ablegern oder Völkern oder Königinnen, aber auch kein verbringen von schwachen Ablegern auf meinen Außenstand. Ich war sozusagen ausgebremst.


    Leider ist mir in dem Jahr auch noch die Varroa Behandlung etwas in die Hose gegangen, so dass ich im nächsten Jahr nur 2 Völker auswintern konnte.


    Im Winter 2011/12 konnte ich noch mal ein Schnäppchen machen und habe 5 Beuten gebraucht dazu gekauft – natürlich nur mit Gesundheitszeugnis !


    …....Fortsetzung.......bald


    erster Reinigungsflug

  • erster Reinigungsflug


    Anfang März, nachdem alle südlicherwohnenden Imker schon von ihren Reinigungsflügen berichtet hatten, tat sich bei meinen nichts. Trotz einiger herrlicher Vorfrühlingstage mit Sonne und Temperaturen um 10 Grad...


    …...null......nada......


    Nachdem sich nun bis zum 10.3. keineeinzige Biene von meinen hatte blicken lassen, hab ich ins Flugloch gebrüllt, dass ich das Kabelfernsehen und das Internet abschalte und die Spielekonsole einkassiere, wenn die nicht langsam anfangen frische Luft zu schnappen. Das hatte offensichtlich Wirkung.....
    Am11.3.11 flogen nun auch meine Bienen.....endlich....:P


    Fotos folgen noch


    Am 29.3. hatten meine Völkerherrlichen Polleneintrag. All das sah ich das erste Mal als Jungimkerin und hat mich schwer infiziert


    auch hier folgen noch die Fotos


    …..Fortsetzung.....bald........

    ne Menge Aumeier Ableger

  • Hallo Susanne,
    irgendwie sind mir deine Aufschreibungen untergegangen.
    Sie sind absolut lesenswert.
    Du solltest sie gesondert speichern, damit kein Bericht verloren geht.


    Deine Erzählungen sollten Ansporn seine für unsere Mitglieder gleiches zu tun.


    Ich werde jedenfalls einige Erlebnisse auflisten und hier niederschreiben.

    Euer Bienenrudi ;)


    Klugheit ist, die Kunst zu Erkennen, was man übersehen muß. (W. James)
    Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten! (Katharina von Siena)

  • Jungimker - Mittelaltimker - Altimker - wieder jung gewordener Imker ?


    Ich bin begeistert, immer und immer wieder begeistert. Viele von Euch wissen ja, dass ich ein paar Jahre aus gesundheitlichen Gründen eine Zwangsimkerpause einlegen mußte. Im letzten Jahr habe ich wieder angefangen - mit einem Volk. Daraus sind nun 4 geworden. Vor drei Wochen habe ich geschaut, ob sie noch da sind und sie waren da !!! und wie !!! Und heute hatten wir den ersten Tag richtig gutes Flugwetter. Ich habe die Mäusegitter entfernt und die Völker geschiedet, dazu mußte ich natürlich auch ganz zarghaft schauen, wo die Brutwaben anfangen. Und was soll ich sagen die platzen bald !!! Und ein !!! Tag Flugwetter und die Brutnester sind verhonigt !!! Dieser Fleiß fasziniert mich immer wieder aufs neue :thumbup::thumbup::thumbup::thumbup:


    Gruß von einer wieder Jungimkerin