Komplette Brutentnahme

    • Komplette Brutentnahme

      Ich denke, meine Varroabehandlung umzustellen. Nach den Winterverlusten durch die Varroa möchte ich den Tierchen durch die Brutentnahme das Leben erschweren. Inzwischen habe ich mich in das Thema eingearbeitet, das nötige Material steht bereit und es kann einfach losgehen. Einen entfernten Aufstellplatz für die Brutscheunen gibt es auch.
      Zur Zeit fangen bei uns die Linden an, zu blühen. Nach der Blüte soll der richtige Zeitpunkt der Entnahme sein.
      Wer von euch hat das schon gemacht, bzw will es dieses Jahr tun?

      Wer nicht weiß, wovon ich rede, hier eine Dokumentation:

      Brutentnahme---Vitale-Volker-durch-komplette_rb_07-2009--1-.pdf
      Wenn man sich an alle Regeln hält, verpasst man den ganzen Spaß.
      Katharine Hepburn
    • Moin,
      nachdem ich Anfangs verschiedene Varroa bekämpfungs Methoden ausprobiert habe (Bienensauna usw.) mache ich seit 2015 auch die totale Brutentnahme.

      Ich mache die aber so nach meinen eigenen Vorstellungen, denn bei mir kommt wirklich alles raus:

      Soll der letzte Honig geerntet werden kommen erstmal die Honigzargen bei Seite.
      Dann stelle ich eine Leere Zarge auf und Fange an die Brutwaben abzufegen. Die Bienen werden in ihre normale Beute abgefegt(gegebenenfalls kann man ihnen aus hygienischen Gründen eine neue geben. Ich werde das dieses Jahr wohl machen, weil die alles verkittet haben) und die Brutwaben kommen in die neue Zarge.
      Deckel drauf und die Bienen eine Nacht ohne Waben lassen.

      Dann Fege ich die Honigwaben (ohne vorher Bienenflucht zu benutzen) in die neue Zarge mit den alten Waben aber mit einer Leerzarge obendrauf, damit die nicht daneben plumpsen. So geht das weiter von Volk zu Volk und so kommt Zarge für Zarge mit den alten Waben oben drauf und dieser Turm kommt dann an einen neuen Stand (habs aber auch schon am gleichen Stand gemacht).

      Die ziehen dann eine neue Königin oder man hat schon einen kleinen Ableger gemacht dann kommt der Zargenturm auf den Ableger mit Absperrgitter und dann warte ich nur noch bis die Brut geschlüpft ist, dann kommen die auch runter und werden eingeschmolzen.

      Ich mache einen Monat bevor ich das mache einen Ableger, denn dann ist die Königin schon begattet und voll angenommen und integriert. So denke ich hat man keine Probleme wenn man einfach den Zargenturm obendrauf stellt und auslaufen lässt und da sie ja unten auch schon angefangen hat zu Brüten auf frischen Waben sind so ziemlich alle Waben frisch und neu, wenn die alten runterkommen. Die Spendervolker bekommen dann am nächsten Tag einfach frische Mittelwände und werden ganz normal gegen Varroa behandelt zum beispiel mit Milchsäure und für den Winter aufgefüttert...

      Die Sammelbrutableger sollte man aber auch Zeitgleich dann behandeln und zwar nicht nur mit Milchsäure denn in diesen Ablegern sind jetzt ALLE Varroen aus allen Völkern.

      Die Honigwaben kommen in ihre alte Zarge und werden einfach zum schleudern abtransportiert. Die kann man dann den Völkern zum ausschlecken obendrauf setzen nachdem sie wieder Mittelwände haben.

      Das hört sich nach ziemlich viel "ALLE Bienen schwirren umher und überall Räuberei" an aber man darf auch nicht trödeln, zugig arbeiten, Fluglöcher einengen, immer Deckel auf den geernteten Honig drauf und dann geht das eigentlich ganz gut finde ich.

      Also so mache ich das jedenfalls. Ich mache das aber nicht bei diesjähig erstellen Ablegern. Auch wenn die stark scheinen habe ich die Erfahrung gemacht, dass sie oft für den Winter nicht mehr rechtzeitig an ausreichend Bienenmasse kommen.

      Achja und ich überwintere seit schon immer nur einzargig und habe auch das ganze Jahr über nur einen Brutraum.
      lieben Gruß
      Johannes
    • Moin,
      ich werde dieses Jahr auch die totale Brutentnahme bei meinen Völkern praktizieren und auch so wie Johannes es beschrieben hat. In ca. 14 Tagen werde ich schleudern und bei der Entnahme der Honigwaben, entsprechend verfahren.

      Aus logistischen Gründen werde ich wohl aber die "Honigbienen" am Standplatz belassen müssen. Ich werde es wohl nicht schaffen, diese abgefegten Honigraumbienen mit den alten Waben an einem anderen Platz zu fahren, weil die Honigwaben auch noch schnell geschleudert werden sollen. Ich denke aber, dass die Bienen aus dem Honigraum durch die alten Brutwaben so an den Waben festhalten und nicht zu der neuen Beute am alten Stellplatz zurück fliegen.

      Ich hoffe das es so funktioniert. Ist ja auch bei mir das erste mal. Das alte Volk, mit den neuen Waben/Mittelwänden bekommt dann die leeren Honigwaben zum ausschlecken. Bei den Bienen auf den alten waben mit der auslaufenden Brut sind ja noch reichlich Futtereintrag vorhanden, so dass diese erst nach der Entnahme und Einschmelzen der Altwaben neu aufgefüttert werden. Parallel dazu wird die erste Varroabehandlung mit dem Oxamaten 1 x durchgeführt. Egal ob oder wie viele Milben gefallen sind.

      Grüße von der sonnigen Nordseeküste aus Cuxhaven

      Bernhard

      Schema totale Brutentnahme mit Ablegerbildung.pdf
      Negative Handlungen werden erst dann zu Fehlern, wenn man sie wiederholt, - bis dahin sind es Lernprozesse die einen weiterbringen sollten.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von CuxImker ()

    • Es ist vollzogen!!!

      Ich habe nach meinem o. g. Schema die TBE mit Völkervermehrung durchgezogen und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.
      Auch wenn es zu Anfang etwas gedauert hat, bis die alten Völker mit den alten Königinnen auf den neuen Mittelwänden, mit dem Ausbau und Brutbeginn gestartet sind, freue ich mich hier über jetzt 5-6 Brutwaben auf neuen Mittelwänden.

      Zwischenzeitlich sind in den Brutscheunen alle neuen Königinnen gebildet und in Eilage! :D :D :D

      Somit ist alles so gelaufen wie geplant. Die erste Varroabehandlung mit dem Oxamaten konnte ich ebenfalls in der brutfreien Zeit durchführen, so dass die Bienen erstmal weitgehend kaum Milben belastet sein müssten.
      Meine Altvölker wie auch meine neuen Völker aus den Brutscheunen sitzen jetzt auf bis zu 10 Rähmchen Dadant US. Ein Unterschied zwischen den Völkern ist mittlerweile nicht mehr festzustellen.

      Für mich wird es noch eine Herausforderung werden, die Königinnen aus den Brutscheunen in der Bienenmasse zu finden um diese zu zeichnen. ;) Ist aber im Augenblick auch nicht ganz so wichtig, denn Brut in allen Stadien ist vorhanden.

      Ich freue mich, dass die TBE mit Völkervermehrung bei mir so reibungslos gekappt hat, obwohl ich dieses zu 1. mal praktiziert habe. Ich liebe es, wenn ein Plan gelingt.


      Grüße von der Nordseeküste aus Cuxhaven
      Bernhard
      Negative Handlungen werden erst dann zu Fehlern, wenn man sie wiederholt, - bis dahin sind es Lernprozesse die einen weiterbringen sollten.