Wissen über Rückstände im Honig und andere Lebensmittel

    • Wissen über Rückstände im Honig und andere Lebensmittel

      Pyrrolizidinalkaloide (PA’s) verschwinden aus dem Honig!

      Was bleibt von der jahrelangen Diskussion über PA´s im Honig?

      Die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München[1] hat in Versuchsreihen gefunden hat, dass bestimmte PA´s nach einigen Wochen wieder aus dem Honig verschwinden. Schon nach 40 Tagen waren die Werte drastisch gefallen und nach 4 Monaten gar nicht mehr nachweißbar. Der Initiator dieser Messungen, Dr. Aiko Huckauf vom Stiftungsland, einer schleswig-holsteinischen Initiative geht davon aus, dass Honigenzyme spezielle PA´s (PANO) abbauen. Das Projekt ist vom der schleswig-holsteinischen Stiftung Naturschutz initiiert und wird vom Kieler Umweltministerium finanziert.

      Nach vielen Jahre, in denen eben auch Honig unter schwerem Beschuss war, kommt nun Entwarnung? Sicherlich ist hier die Diskussion noch nicht am Ende, da die Abbauprodukte noch nicht identifiziert sind. Daher sollten sich die Imker nicht in Sicherheit wiegen. Das BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) nimmt seit Jahren in einem „Stufenplan“ verschieden Naturstoffe aufs Korn und will diese vor der breiten Öffentlichkeit diskreditieren und speziell den Heilberufen als wirksame Naturtherapie wegnehmen,[2] dazu gehören beispielsweise Huflattich, Beinwell, Amygdalin, alle samt sehr giftige Pflanzen, weshalb sie auch bei dosiertem Einsatz entsprechend wirksam sind.

      Honig war in dieser Diskussion bislang eher gewünschter Kollateralschaden. Ziel ist eigentlich die Naturheilkunde. Mittlerweile sind die Imker zum Hüter aller Insekten avanciert, da man die Auswirkungen des exzessiven Pestizideinsatzes am genauesten bei den Bienen nachverfolgen kann. Setzt man den Imker unter wirtschaftlichen Druck, z.B. zwingt man ihn sinnlose Analysen zu machen oder hetzt ihn gegen andere auf, wie Besitzer von Weiden, wird die Stimme von allen irrelevant.

      Die Wissenschaft kennet man 660 natürlich vorkommende Pyrrolizidinalkaloide. Aktuell kann man 30 nachweisen und noch weniger exakt quantitativ bestimmen. Manche sind sehr giftig, manche weniger. Um es noch komplizierter zu machen, sind manche Moleküle Zwitter: In der einer Form giftig, in der andern harmlos. Nur etwa 5 sind tatsächlich rudimentär toxikologisch untersucht und die Untersuchungen dazu Jahrzehnte alt und die meisten entsprechen nicht mehr heutigen Standards.

      Die Strategie des BfR war es nun, den Zoo von 660 zusammenzufassen, die enthaltenen Mengen großzügigst zu schätzen. Messen geht ja nicht! Allen weist man die Giftigkeit des allergiftigsten bekannten PA´s zu. Bei der Giftigkeit gibt es Unterschiede von mindestens dem Faktor 100. Bei der Bestimmung gibt es größte Unsicherheiten, auch ist die Analysetechnik noch in der Entwicklung, weil technisch extrem anspruchsvoll. Dann geht man davon aus, daß alle Menschen nur 60 kg wiegen, Kleinkinder oder schwanger sind. So kann man ein Risiko leicht um den Faktor 10.000 bis 1 Million überschätzen![3] Am Ende stehen 655 ungetestete, unerforschte Naturstoffe seit Jahren unter Verdacht!

      Aus diesen Überlegungen schloss man entsprechende Empfehlungen. Diese wurden von verschiedener Seite als „Grenzwerte“ interpretiert oder eben gerne missverstanden, weil es sich einfach leichter skandalisieren lässt. Es wurde das Rennen um den niedrigsten Grenzwertunterschreiter losgetreten. Leider läuft diese Rennen noch immer! Belanglose Artikel über das Ausreißen von Pflanzen, ohne kritisches Hinterfragen pflastern die Imkerzeitungen.
      Fakt ist, dass wir mit diesen Trachtpflanzen eine lange Koevolution haben und uns wahrscheinlich darauf eingestellt haben. Das lässt jedenfalls das Äsungsverhalten von Wildtieren schließen, die in ihrem Futtermix immer PA-haltige Pflanzen haben, sofern sie zur Verfügung stehen und nicht

      [1] Einfluss der Lagerung auf die Stabilität toxischer Pyrrolizidinalkaloide in Pfefferminztee, Heu und Honig

      Kaltner Rychlik Gareis Gottschalk 2018

      [2] Prof. Dr. Dr. Alfonso Lampen Fresenius Fachtagung 28.09.2016 Köln

      [3] Dr. Gloger Vortrag Beecome Graz Februar 2018

      ausschließlich damit gefüttert werden. In den 60er Jahren wurde in Australien reiner Sortenhonig mit Natternkopf (einer PA-haltigen Blume) und sehr hohen PA-Mengen geerntet. Es gibt keinerlei Berichte über Vergiftungen aus dieser Zeit.

      Wenn in neuerer Zeit das Jakobskreuzkraut regional in Massen, wie noch nie, auftritt, wäre es nötig spezifisch auf die PA´s des Jakobskreuzkrautes einzugehen. Dieses wissenschaftliche Problem ist schneller und einfacher lösbar als der totale Ansatz 660 verschieden Verbindungen zu identifizieren, klassifizieren und bewerten. Das passiert aber nicht!

      Wie die Diskussion um die Neonicotinoide und das Glyphosat gezeigt hat, legt die Bundesbehörde BfR völlig einseitige Initiative und Maßstäbe an den Tag. Beide Pestizidgruppen konnten nur durch die einseitige Bewertung des BfR auf Europäischer Ebene durchgewunken werden[1]. Die Imker, Bienen und Imkerverbände waren mit Ihre Forderungen immer außen vor.

      Sie müssen in Zukunft die Dinge selbst in die Hand nehmen und sich von Fachleuten beraten lassen können. Die Imkerei benötigt eben ein unabhängiges Bienenforschungsinstitut. Es muss unabhängig z.B. von den tagespolitischen Zielen eines Ministeriums und wirtschaftlich unabhängig von den Forschungsgeldern der Industrie sein. Wichtig ist die Nachhaltigkeit und die Glaubwürdigkeit. PA´s sind ja bei Weitem nicht das einige Problem. Aktuell rollt massenhaft imitierter „Honig“ (30-40%% des weltweiten Honigs sind[2] gefälscht) in die Märkte der EU auf. Das verlangt nach Antworten für den Verbraucher und Strategien, die Bienen zu schützen. Altbackene Honigwettbewerbe, wo ein verschobenes Etikett oder ein erhöhter Wassergehalt zu dramatischen Abwertungen führt, sind eine Sackgasse.

      Gelee Royal und Perga/Pollen sind noch nicht aus dem Feuer! Außerdem kommen gerade in hochwertigen südamerikanischen Honigen oder auch manchen Manuka-Honigsorten PA´s vor, weil die Natur das Blütenangebot dort vor Ort schon immer so vorgibt. Naturgemäß findet man in kanadischem Gen-Raps keine PA´s und kann damit dann „belastete“ Honige abmischen. Die Welt wird hier doch auf den Kopf gestellt.

      Außerdem nehmen PA´s in Tee und Heu nicht ab. Hier fehlen die Honigenzyme. Das bedeutet, dass von interessierter Seite weiter Heilmittel, wie Kräutertees eben z.B. Huflattich oder Milch aus Weidewirtschaft nach Belieben diskreditiert werden können. In Milch und Fleisch, aus Massentierhaltung, mit Gensoja gezaubert, kommen Naturstoffe einfach nicht mehr vor.

      Die gefährliche Rhetorik, dass Naturstoffe giftig und gefährlich sind, eben vergleichbar mit Pestiziden und Antibiotika, geht weiter! Diesem Narrativ müssen sich auch die Imker vehement entgegensetzen. Für Pestizide und Antibiotika gibt es feste Grenzwerte. Doch sind sie alles andere als sicher: Bei den Neonicotinoiden wurden 2016 still und heimlich die Grenzwerte bis zu einem Faktor 80 (achtzig!) erhöht[3], damit die Anwender unbehelligt bleiben.

      Alles hat aber weitgehende Auswirkungen auf unser Leben: Billignahrungsmittel -zwar frei von Naturstoffen wie PA´s - scheinen doch der Hauptauslöser von vielen Wohlstandskrankheiten zu sein.

      [1] Einschätzung Walter Haefeker , Beecome Graz 20108

      [2] Philip MacCabe, in einem persönlichns Gespräche am Rande der Feierlichkeiten zum 20. Mai in Slowenien

      [3] EU-Kommission im September 2016: klaus-buchner.eu/erhoehte-grenzwerte-fuer-nervengift/

      bund.net/umweltgifte/pestizide…tinoide-in-lebensmitteln/
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      Euer Bienenrudi ;)

      Klugheit ist, die Kunst zu Erkennen, was man übersehen muß. (W. James)
      Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten! (Katharina von Siena)