ein Jungvolk durch Räuberei verloren

    • ein Jungvolk durch Räuberei verloren

      Hallo,

      ich mußte am letzen Wochenende feststellen, das ich ein Jungvolk offensichtlich durch Räuberei verloren habe. Keine einzige Biene und kein Gramm Futter waren mehr in den Waben. Diese waren sehr unsauber und gezackt aufgebissen, woraus ich auf Räuberei und keinen Varroaschaden schließe.
      Das Volk war ca erst von einem Monat aus dem Ablegerkasten in eine große Beute umlogiert worden.
      Da ich nur innerhalb des Flugradius verstellen konnte, griff ich zu dem Kunstgriff, es wie ein Flugling an Stelle eines starken Volkes zu verstellen. Meine Vermutung geht nun dahin, das dieses Vorgehen in Zeiten von Läppertracht wohl eher kontraproduktiv ist, da es dadurch Flugbienen gibt, die in beiden Völkern ein- und ausgehen.
      Bei Tracht hatte ich mit dieser Methode immer Erfolg.
      Füttere dein Kind mit Gele' Royale, dann wird aus ihm einmal etwas ganz Besonderes
      Entweder eine Bienenkönigin, oder ein Transvestit [img]images/smilies/tongue.gif[/img]
    • Waren es vielleicht Wespen, die das Volk als Schwächling erkannt und ausgeraubt haben. Zur Zeit sind Wespen reichlich bei den Bienen, zumindest bei mir.
      Wenn man sich an alle Regeln hält, verpasst man den ganzen Spaß.
      Katharine Hepburn
    • Moin,
      auch ich habe ein eher schwaches Volk, aus einer Brutscheune gebildet, durch Räuberei verloren. :evil: (4 Starke Ablegervölker sind durchgekommen)

      Zurück blieb ein Schlachtfeld von toten Bienen, Flügel, und Beinen. Das bislang eingelagerte Futter war total weg.

      Ein paar Restbienen auf den leeren Waben habe ich aufgelöst.

      War auch zum Teil mein verschulden, ich hätte erkennen sollen, das diese Brutscheune, aus 6 Waben gebildet, möglicherweise schon beim Start zu schwach war. Jetzt bin ich wieder um eine Erfahrung reicher.
      (Erfahrung ist die Sammlung der gemachten Fehler)

      Gruß aus Cuxhaven
      BernhardIMG_1114[1].JPG
      Negative Handlungen werden erst dann zu Fehlern, wenn man sie wiederholt, - bis dahin sind es Lernprozesse die einen weiterbringen sollten.
    • 6 Brutwaben?
      Finde ich das geht eigentlich noch. "Man" sagt ja bei Ablegerbildung 2 Brutwaben im Mai, 3 im Juni, 4 im Juli usw.
      Wichtig ist auch das Flugloch verengen, so dass nur eine Biene zur Zeit durchpasst. Das sieht vielleicht erstmal aus wie ein großer Stau aber ansonsten hat man es wirklich nicht leicht gegen Räuberei..
      lieben Gruß
      Johannes
    • Hallo Johannes,

      ja, schon klar, dennoch hat es mit dieser Brutscheune nicht geklappt stark zu werden. Kann auch sein, dass die Königinnenbildung nicht so geklappt hat oder etwas schief gelaufen ist.
      Für mich war es die 1. TBE mit Brutscheunenbildung. Nun ist es so wie es gekommen ist und versuchen beim nächsten mal diesen Fehler zu vermeiden.

      Gruß
      Bernhard
      Negative Handlungen werden erst dann zu Fehlern, wenn man sie wiederholt, - bis dahin sind es Lernprozesse die einen weiterbringen sollten.
    • Lieber Gerald, lieber Bernhard,

      Eure Angaben sind leider etwas zu dürftig, um daraus Rückschlüsse zu ziehen.

      Wie haben die Fluglöcher und Anflugbretter ausgesehen?

      Wann, wie und an welchem Platz wurden die jeweilige Ableger gebildet?
      Wurde eine fertige Königin zugehängt oder sollte sich der Ableger selbst eine Königin ziehen?
      Welche Witterungsverhältnisse herrschen (gerade dieses Jahr höchst schwierig)?
      Ist eine Königin entstanden und inwieweit war das Volk inzwischen schon stabilisiert (Stifte, offene Brut, verdeckelte Brut)?
      Wurde das Flugloch eingeengt?
      Wurde sofort duftneutrales Fertigfutter oder Honig eingefüttert?
      Wurden für die Ablegerbildung ausgeschleuderte Honigwaben verwendet?
      Wurde bei Verwendung von ausgeschleuderten Honigwaben und bei einem sehr späten Ableger durch Einlegen des Kontrollbodens das Verteilen des Honigdufts eingedämmt und damit verhindert, dass andere Bienen Interesse an dem Ableger bekommen?

      usw.

      Bei einer späten Ablegerbildung am selben Standort, an dem sich die Bienen bereits befinden, muss man vieles vorausschauend bedenken, z. B.:
      Notfalls den Ableger in Kellerhaft für drei Tage nehmen bzw. die Beuten verschließen (Wasser- und Futtervorrat muss in der Beute vorhanden sein). Fluglochöffnung auf 1 cm an der Stelle, wo sich die Brut befindet, einengen. Notfalls Kontrollboden rein. Und in diesem Jahr herrscht wirklich ein absoluter Ausnahmezustand, weil die Gesamtentwicklung von Flora und Fauna sehr viel zeitiger endete.

      Man kann auch bei einem späten Ableger und mit vorausschauender, guter Improvisation zum Ziel gelangen. Improvisation deshalb, weil man bei Bienen und den Witterungsverhältnissen niemals Schema F anwenden kann; für Bienen gibt es kein Schema F!

      6 Waben sagen noch nichts darüber aus, ob ein Brutableger stark genug aufgestellt ist. Die Bienen sind desorientiert, weil sie keine Königin mehr haben, und kümmern sich dann erst einmal um ihre internen Angelegenheiten (sich anfreunden, sich sammeln, vorhandene Brut schützen, geeignete Royale finden, Brutaufzucht). Kommen in dieser Phase aber auch schon die gierigen Nachbarinnen - Aus die Maus!

      Hat man hingegen den 6 Waben Futter und Wasser gegeben, Flugloch geschlossen und das Volk an einen schattigen, möglichst kühlen Ort gestellt, wartet drei Tage ab und stellt es dann sehr vorsichtig an den endgültigen Standort mit 1 cm Fluglochöffnung, dann erhöht sich bereits die Chance erheblich, dass der Ableger auch ohne Vorratskönigin klappt, denn die sich verloren geglaubten Bienchen haben inzwischen wieder Hoffnung geschöpft, haben sie sich doch Königinnenzellen gebildet und inzwischen mit ihrer bienischen Fremdkollegin auf der Wabe Freundschaft geschlossen, die Bienen haben zur Traube und zu ihrem Alltag gefunden und sind nun bereit, ihr Nest zu verteidigen. usw

      Es führen nicht nur viele Wege nach Rom...

      Leider war ich heute zu spät im Teamspeak, keiner war mehr da. Aber gerade dort sollten wir Eure beiden Beispiele mal gemeinsam besprechen! Denn schriftlich würde das wohl ausufern.

      Vielleicht nächste Woche?

      Viele Grüße
      Ute

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Orza ()

    • Das Jungvolk hatte eine Kö, die gut gelegt hat. 3 besetzte Waben Dadant, das ist 6 Waben DNM. Futter gab es nur geruchsneutralen Sirup auf Weizenbasis und das bissel, was sie selber rangeschafft haben. Die wurden auch nicht sofort, sondern eher in den letzen 14 Tagen ausgeraubt. Enzigster Grund wäre, das das Flugloch zwar mittels Keil eingeengt war, aber eben nicht nur 1 Biene groß war.
      Füttere dein Kind mit Gele' Royale, dann wird aus ihm einmal etwas ganz Besonderes
      Entweder eine Bienenkönigin, oder ein Transvestit [img]images/smilies/tongue.gif[/img]
    • Lieber Gerald,

      es muss einen Grund gegeben haben, weshalb genau dieses Volk und nicht "mehr" das von nebenan, wo sie normalerweise als nächstes suchen würden.
      Der Ableger kann zu dem Zeitpunkt nicht stark genug gewesen sein, das ist Fakt. Räuberei entsteht durch Futternot/Begierde und durch mangelnde Verteidigung, da führt kein Weg dran vorbei.

      Was war also anders, als das, was Du sonst machst? Ober könnte es mit der Abstammung zusammenhängen oder einer minderwertigen Begattung? Hast Du Dir Wabe für Wabe genau angesehen? Fotos gemacht ????? Wenn ja, bitte einstellen.

      Nach weiteren Indizien suchen!
    • Drei Wabenableger Dadant mit gegatteter Königin, gebildet im Juli gibt immer ein überwinterungsfähiges Volk.
      Es muss nur ständig unter Futterstrom stehen!
      Wichtig ist aber das Einengen des Fluglochs wie Ute es beschrieben hat.
      Noch wichtiger ist aber, dass Flugloch an der Seite einrichten wo die Brut einhängt!
      Nur dann können die Bienen ihr Futter verteidigen.
      Euer Bienenrudi ;)

      Klugheit ist, die Kunst zu Erkennen, was man übersehen muß. (W. James)
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