Ein paar Fragen zum Geschäftsmodell Imker

    • Ein paar Fragen zum Geschäftsmodell Imker

      Hallo Lieber Imker,

      ich hoffe ihr lacht mich nciht aus, aber ich habe ein paar fragen zu dem Geschäftsmodell "Imker".
      Ich würde mich gern als Imker selbstständig machen.

      Nehmen wir an ich habe 500 Völker.

      Meine erste Frage ist. Wo verkaufe ich den ganzen Honig der produziert wird. Gibt es große Firmen die Honig ankaufen?
      Einzeln im Glas direkt an die Kunden möchte ich den Honig nicht verkaufen, das ist zu viel Arbeit. Evlt. kann es einen Online Shop geben wo die Kunden bestellen


      Viele Grüße
    • Hallo Olikun,
      natürlich kannst du Honig in Eimern an Honigvermarkter verkaufen. Da habe ich auch schon Anfragen bekommen. Nur die Firmen zahlen viel geringere Preise, als wenn du selbst vermarktest. Das ganze ist ein Rechenexempel, ob du den Honig verramscht oder dir eine Vermarktung aufbaust und über Wochenmärkte, Internet oder Hausverkauf anbietest. Wenn du mit guter Qualität bekannt bist, kommen schon die Kunden.
      Ankäufer kannst du unter Honig Ankauf googlen.
      Wenn man sich an alle Regeln hält, verpasst man den ganzen Spaß.
      Katharine Hepburn
    • Wieviel Bienenvölker sind zurzeit dein Eigen?
      Wie sieht es mit deiner imkerlichen Qualifikation aus?
      Wieviel Arbeitskräfte stehen zur Verfügung?
      Dies zu wissen wäre eine Grundlage zur Diskussion!
      Euer Bienenrudi ;)

      Klugheit ist, die Kunst zu Erkennen, was man übersehen muß. (W. James)
      Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten! (Katharina von Siena)
    • Hallo Olikun.
      Das Geschäftsmodel Imker, wie du es nennst, besteht nicht nur aus Honig ernten und möglichst schnell verkaufen. Eine private Vermarkttung bringt das doppelte bis dreifache an Umsatz ein . Nur sowas geht natürlich nicht von heute auf morgen. Dann, um von der Imkerei leben zu können muß man auch massiv Völkervermehrung und Königinnnenzucht betreiben. Ganz zu schweigen von Wanderungen zu verschidenen Trachten in ganz Deutschland. Und in guten Jahren mit dem richtigen Wetter erntest du ordentlich Honig . Bei schlechtem Wetter must du zufüttern damit die Tierchen nicht verhungern.
      Und alles was Rudi schon geschrieben hat kommt noch dazu. Um das alles zu überblicken was dir als Berufsimker erwartet, würde ich dir vorschlagen , dann erst mal 1-2 Jahre in einer großen Imkerei mitzuhelfen.
      Grüße aus der Grafschaft Bentheim
      Gerd2430
    • Hallo,

      danke für die Antworten und sorry für meine späte Antwort. Meine Mitgliedschaft musste erst einmal freigeschalten werden.

      Ich möchte noch sagen dass der Spruch "Geschäftsmodell Imker" in keinster weiße abfällig gemeint war.

      Um die Fragen von Bienenrudi zu beantworten

      Wieviel Bienenvölker sind zurzeit dein Eigen? => (noch) keine ;(
      Wie sieht es mit deiner imkerlichen Qualifikation aus? => noch nicht vorhanden, aber ich habe am 27.10 einen Imkerkurs "Mehr Bienen braucht das Land" in der Volkshochschule und da freu ich mich schon drauf und lerne da die ersten Dinge hoffentlich. Es ist also ein kleiner Anfang.
      Wieviel Arbeitskräfte stehen zur Verfügung? nur ich (noch)


      Ich habe am Wochenende nach "honig ankauf" gegoogelt und auch ein paar gefunden. Einen habe ich direkt Angerufen und der sagte er zahlt 3,90 Euro pro kg.

      Ist das ein guter Preis?
      Durch das Quatschen habe ich erfahren dass er selbst 200 Völker hat. Als ich aufgelegt hatte hab ich mir dann natürlich die Frage gestellt was der dann mit dem ganzen Honig macht den er von mir bekommen würde, also dachte ich er geht damit zum Großhändler.


      Warum Interessiere ich mich für das Imkern?
      Ich bin 29 Jahre und mein Opa war Imker, der ist aber leider schon lange verstorben und ich Interessiere mich nun für das Handwerk weil wir vor ein paar Wochen alte Familienbilder angeschaut haben und da habe ich das erst mal überhaupt erfahren.

      Ich gebe aber zu - und bitte reist mir nicht den Kopf ab - dass ich es unter anderem auch für das Geld machen würde welches man damit evlt. verdienen kann. Das ist aber meiner Meinung nach auch nicht so verwerflich.
      Imker ist ja ein Ausbildungsberuf (Tierwirt/in - Fachrichtung Imkerei) und einen Ausbildungsberuf lernt man ja letztendlich um Geld zu verdienen.

      Vermutlich werde ich erstmal nur Bienenpate werden für ein Volk um zu schauen wie das so abläuft.
    • 3,90€ ist doch kein guter Preis! Guck mal in Imkerbörsen, wo Honig von Imker zu Imker hobbockweise verkauft wird. Keine besondere Sorte, also Frühtracht, Obstblüte, Raps... sind 5,50€ p. Kilo der Durchschnittspreis.
      Macht die Volkshochschule auch Arbeiten an den Völkern im Frühjahr oder nur "Trockenübungen"?
      Ein Buch kannst du auch alleine lesen. Wichtig ist die Praxis an den Völkern! Und löse dich erst mal von irgendwelchen Rentabilitätsberechnungen, wie, wieviel du erntest und wieviel du pro kg Erlös bekommst. Im Ersten jahr kannst du früh sein, wenn du was erntest und dir deine Völker nicht schwärmen. Alles andere ist die Kür :D
      Du sollst aus Liebe zu den Bienen imkern und nicht aufs Portmonee schielen! :evil:
      Wenn du gleich so rangehst, dann wird das nichts. Wenn deie Erwartungen sich nicht erfüllen, wirst du die Lust verlieren. Imkerst du aber, weil du die Tiere liebst und weil es dir Freude macht und dich entspannt, dann kannst du mal über das Optimieren und die Honigpreise nachdenken :D
      Füttere dein Kind mit Gele' Royale, dann wird aus ihm einmal etwas ganz Besonderes
      Entweder eine Bienenkönigin, oder ein Transvestit [img]images/smilies/tongue.gif[/img]
    • @Olikun

      Moin Olikun!

      Eine alte Indianerweisheit sagt:

      "Du sollst nicht eher das Fell des Bären verkaufen-
      bevor du ihn erlegt hast!"

      D. h. bevor Du Dich nach Großhandelspreisen erkundigst - ernte erstmal den ersten Honig für den Eigenverbrauch!

      Fang erst mal mit dem Anfängerkurs an damit du wenigsten einen Hauch von theoretischem Wissen aufgenommen hast.
      Dann bringe Dein erstes Jahr mit eigenen Bienen hinter dich, bevor Du irgendwelche Hochrechnungen anbringst.

      Von einem 29jährigem Mann habe ich mehr Realismus in seine beruflichen Planungen erwartet.
      Deine Fragestellungen und deine Gedankengänge erinnern mich eher an meinem 13jährigen Enkel, der dieses Jahr sein erstes eigenes Bienenvolk unter meine Aufsicht bei mir am Bienenstand betreut.

      Der rechnet mir bei jeder passenden Gelegenheit vor, wieviel Honig sein Volk produzieren muß, wenn er diesen dann verkauft, bis er seinen Führerschein durch den Honigverkauf finanzieren kann, wenn er 18 Jahre alt ist. :D <3

      Visionen kann und soll ja jeder haben - letztendlich holt einen die Realität dann doch sehr schnell ein, wenn es in die Praxis geht. Solltest Du wirklich bis zum Start mit eigenen Bienen kommen, dann fang mit 3 Ablegervölker an. Dann wirst du sehen, wie sich die Praxis von den Visionen unterscheiden.

      Grüsse von der Nordseeküste, aus Cuxhaven

      Cuximker
      Bernhard
      Negative Handlungen werden erst dann zu Fehlern, wenn man sie wiederholt, - bis dahin sind es Lernprozesse die einen weiterbringen sollten.
    • an der Volkshochschule ist wohl nur Trockenübungen aber im Blatt steh dass auch eine "Exkursion" dabei ist die 3 Stunden geht, vermutlich wird es da kurz live ein Bienenstock zu sehen geben oder so.
      Ich erwarte nicht dass es mir die große Erleuchtung bring, aber es ist ein Anfang.

      @CuxImker

      Zu deiner Indianerweisheit: Die stimmt absolut, aber jeder der einen Bären erlegen möchte, erkundigt sich vorher wie viel er für das Fell bekommt. EIn Bären zu erlegen ist ja keine leichte Sache, genau wie das Imkern.
      Das nennt man Kosten-Nutzen-Analyse und man wird doch wohl noch etwas träumen dürfen ohne dass jemand gleich an dem vorhandenen Realismus zweifelt.

      Aber ich will mich ja hier nicht streiten, also sorry wenn es bei dir so angekommen ist.



      Auf alle fälle ist mein erster Weg der Kurs und da werde ich ja sehen wie es läuft
    • Hallo Olikun!
      Meine Vorschreiber / Kollegen haben alle das richtige gesagt.
      Visionen hat jeder Mensch, ob er sie verwirklicht oder nicht, steht auf einem anderen Blatt.
      Ich hatte mit 35 die gleichen Gedanken wie du, besaß aber schon 30 Bienenvölker. Der Honig wurde zu 100 % direkt an den Verbraucher vermarktet. Eine Anstellung am Bieneninstitut habe ich sogar abgesagt.
      Deine Völkerzahl von 500 ist Utopie. Um von der Bienenhaltung leben zu können gehören viele verschiedene Parameter.
      In allen Berufen gibt es Menschen die ihren Lebensunterhalt damit verdienen und sogar eine Familie davon ernähren.
      Das kann man auch mit der Imkerei.
      Wir können dir mit Rat helfen und unterstützen durch unsere Erfahrung!

      Lass dich aber nicht von deinem Vorhaben abbringen.

      Es gibt keine dummen Fragen, aber viele blöde Antworten.
      Euer Bienenrudi ;)

      Klugheit ist, die Kunst zu Erkennen, was man übersehen muß. (W. James)
      Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten! (Katharina von Siena)
    • Moin,

      ich habe die Erfahrung gemacht - wie vermutlich jeder hier - dass man überhaupt erstmal eine Menge Geld in die Imkerei stecken muss bevor man da wieder etwas herausbekommt.
      Die ganzen Anschaffungen, Fehlinvestitionen und Lehrgeld was man zahlen muss, sowie immer wieder laufende Kosten wie neue Gläser, Etiketten, Futtersirup, Arzneimittel usw. lassen das Ganze oft bei plus-minus=null enden. Zumindest am Anfang.

      Neulich stand ich vor einem Regal im Supermarkt und habe mir die verschiedenen Honige angeschaut.
      Die Preise waren durchwachsen von 5 bis 7€ das Glas aber es war ganz deutlich zu erkennen dass der Honig der nur 2,49€ kosten sollte viel vergriffener war als alle anderen.
      Die Leute denken womöglich noch aufgrund der Medien die über das Bienensterben berichten, dass sie etwas gutes tun wenn sie dann hergehen und dort diesen Honig kaufen.

      Ich finde der Wert den Honig heutzutage hat ist unterirdisch. Wenn man sich mal die Bibel vornimmt, in der steht dass Gott sein Volk in ein Land führt "in dem Milch und Honig fließen" und man mal genau darüber nachdenkt fällt einem auf, dass Honig wohl verdammt wertvoll gewesen sein muss. Nebenbei gesagt die Milch auch, nur werden die Bauern soweit ich weiß vom Staat subventioniert.. Also ein Land in dem Milch und Honig fließen... Hier hat man versucht ein Land zu beschreiben wie es schöner nicht sein kann und es den Israeliten schmackhaft zu machen. Eigentlich sollte Honig mehr geschätzt werden und für die Menschen etwas "besonderes" sein. So wie Trüffel :)

      Immerwieder muss man die Leute aufklären und viele sagen einfach "ach, dann kann ich mir ja auch Bienen auf meinen Balkon stellen" und denken so einfach ist das. Jeden morgen eine frische Wabe ziehen und den Honig aufs Brot streichen. Als würde man eine Kuh melken und das das ganze Jahr über ?(
      Andere hingegen sind da deutlich aufgeklärter aber die meisten haben nicht im Ansatz eine Ahnung davon wie viel Arbeit und wie komplex das Ganze überhaupt ist und deswegen wird dann rum-gemosert wenn man für sein Glas Honig einen "fairen" Preis verlangt..

      Eigentlich müsste ich meiner Meinung nach mindestens das doppelte pro Glas verlangen damit ich wirklich von "fair" sprechen kann aber das ist leider nicht durchzusetzen... Deswegen kommt es für mich überhaupt nicht in Frage den Honig an solche "Ankäufer" zu verkaufen. Da kann man es auch gleich ganz sein lassen oder man hält aus Liebe zu den Bienen seine 2-3 Völker.

      Aber gut über Honigpreise kann man viel diskutieren und jeder denkt da anders, nur ich versteh es nicht wenn ein Imker seinen Honig so günstig abgibt oder gar komplett verschenkt..

      Hättest du denn überhaupt den Platz für 500 Völker?
      Ich meine ich habe hier 14 Völker auf einem Stand den ich pachte, der bald an die Stadt verkauft werden soll. Dann weiß ich nicht wohin mit den Bienen und an 500 gar nicht zu denken.. ;(

      Tut mir leid für den Unmut, den ich hier kundtue und ich will dich auch nicht davon abbringen oder so.
      Aber das was Gerald schreibt

      Neustadtimker schrieb:

      Wenn deie Erwartungen sich nicht erfüllen, wirst du die Lust verlieren.
      Obwohl ich keine Erwartungen hatte aber so ähnlich geht es mir im Moment und immer wieder und ich frage mich oft "wozu mache ich das überhaupt?"
      Und dann fällt es mir wieder ein: "achja, für den Honigwein" 8o
      lieben Gruß
      Johannes
    • Bezugnehmend auf den andere Tröt hier:
      imkerforum.net/index.php/Threa…esden-oder-Umgebung-hier/
      Die Anzahl der Völker an einem Stand hängt immer von den Trachtverhältnissen und der sonstigen Völkerdichte im Flugradius ab.
      Mehr als 15 Völker sollte man aber nicht auf einen Haufen stellen. Dann lieber ein paar 100m weiter einen weiteren Stand. Ich habe eher um die 10 Völker an einem Stand.
      Füttere dein Kind mit Gele' Royale, dann wird aus ihm einmal etwas ganz Besonderes
      Entweder eine Bienenkönigin, oder ein Transvestit [img]images/smilies/tongue.gif[/img]
    • Ist David-DD und Olikun identisch?
      Ich hatte anfangs auch Startschwierigkeiten mit dem Forum.

      Eigentlich wollte ich Olikun aus Dresden antworten, finde diesen Beitrag aber vor und David wird mit Olikun angesprochen. Also gut, dann antworte ich hier, weil es wirklich wichtig ist.

      Olikun hat den Rat meiner Imkerkollegen erhalten, sich einem Imkerverein anzuschließen, das muss ich aus besonderem Anlass ausdrücklich noch einmal betonen und dringend nahelegen!!!!

      Natürlich ist ein Kurs an der Volkshochschule ein Anfang und die Volkshochschule müsste auch über die Vorgänge in Dresden Bescheid wissen. Ein Imkerverein muss aber zwingend von aktuellen gesundheitlichen Vorgängen vom Veterinäramt und vom Landesimkerverband informiert werden. Das kann keine Volkshochschule ersetzen.

      Dresdener NN: Imker gehen mit Lauge und Feuer gegen Bienenseuche vor
      m.dnn.de/Dresden/Lokales/Imker…er-gegen-Bienenseuche-vor

      Es gibt noch einen anderen weisen Spruch, den wir von Kindheit her kennen:
      Wer hoch fliegt, kann tief fallen.

      Wer Bienen halten möchte, muss sich zunächst einmal als Darlehensgeber verstehen! Bis man das, was man in die Imkerei gesteckt hat, mindestens auf Null bekommt, dauert ewig. Und dann hat man sich noch keinen Honig auf das Butterbrot geschmiert, geschweige denn, vom Ertrag gelebt. Und stell Dir vor, bei 500 Völkern tobt die Amerikanische Faulbrut...

      Auch wenn grundsätzlich jeder Imker/in werden kann, egal ob mit oder ohne (Probe-)Ausbildung, so gibt es nicht umsonst den Ausbildungsberuf "Tierwirt Fachrichtung Bienen". Wer künftig von der Imkerei leben will, braucht einen guten berufsimkerlichen Ausbildungsbetrieb und setzt sich noch einmal tüchtig im Rahmen einer Berufsausbildung auf den Hosenboden. Man hat eine Gewinnerzielungsabsicht, die Imkerei muss sich also betriebswirtschaftlich rechnen. Es ist etwas anderes ob man 5, 25, 50 oder 500 Völker zu bewirtschaften hat. Zwischen Bienenhaltung und Honigernte steht immer noch die Völkerversorgung, -zucht und -gesunderhaltung, die Reinigungsarbeiten, die Reparaturen, die Buchhaltung, die Steuern, die Erfüllung sämtlicher gesetzlicher Anforderungen, die Finanzierung, das Abfüllen usw. Und da der Tag nur 24 Stunden hat, wird in Stoßzeiten Schlaf deutlich zu kurz kommen!!!!! Bienenhaltung hat bereits im Kleinen wesentlich mit Disziplin zu tun und jede private Verpflichtung (Termine oder eigene oder familiäre Krankheit z. B.) kann da schnell zur großen Behinderung in der Bienenbetreuung werden. Aber Bienen verzeihen keinen noch so kleinen Fehler und schon ist das Dilemma ins Rollen gekommen...

      Ich habe einen Schüler drei Jahre lang imkerlich betreut. Er wollte von Anfang an Berufsimker werden. Etwas anderes kam für ihn nicht in Frage. Sein Wille und die drei Jahre Vorbereitung kommen ihm jetzt zugute. Nun ist er in der Berufsausbildung zum Tierwirt Fachrichtung Bienen. Dort bekommt er alles beigebracht, das ich ihm nicht bieten kann, weil die Imkerei im großen Stil noch effektiver, maschineller und straffer organisiert werden muss.

      Bienenhaltung hat auch etwas mit Platz zu tun. Man muss nicht nur Stellplätze für Bienen haben, sondern auch Unterbringungsmöglichkeiten für das Imkereimaterial, die Honigküche, einen Arbeitsplatz für Reparaturen etc.

      Mein Rat:
      Schließe Dich einem Imkerverein an, suche Dir einen Imkerpaten, lerne die Bienen erst einmal kennen und dann wirst Du mit der Zeit erkennen, ob Du Dich der Aufgabe schlussendlich gewachsen fühlst.

      Ich kann heute sagen, dass ich eine versierte Imkerin bin, trotzdem gibt es immer wieder Phasen, wo einem die Bienen schwer fordern und das kann vielfältige Gründe haben. Nehmen wir das aktuelle Jahr und die Dürrezeit, die wir gerade aufgrund des Klimawandels in diesem Jahr erlebt haben. Die Bienen brauchten frühzeitige gesundheitliche Pflege und insbesondere Einfütterung. Wenn bei mir der Honigertrag geringer ausfällt, ist das für mich kein Problem, ich sehe in erster Linie die Gesundheit der Bienen als das Wichtigste an, es ist meine Freizeitbeschäftigung und Passion, weil ich bienenverliebt bin. Berufsimker müssen aber vom Ertrag leben, müssen Mieten, Löhne, Steuern, Berufsgenossenschaft, private Krankenversicherung usw. zahlen und sie dürften in diesem Jahr keinen Grund zum Jubeln gehabt haben. Ich kenne keinen reichen Imker!

      Ich gebe dies zu bedenken.

      Gleichwohl unterstützen wir Dich hier gerne mit Rat. Wir bleiben dabei aber ehrlich und zeigen deutlich Schwachstellen und Grenzen auf. Bienen zu halten ist etwas Wunderbares und es ist toll, dass Du Dich damit befassen möchtest. Der Erwartungshaltung, daraus ein Erwerbsbetrieb zu machen, müssen wir aber der Ehrlichkeit halber das Obige entgegenhalten und bitten dafür um Verständnis.

      Viele Grüße
      Ute
    • Hallo Ute!
      Ein Rundumschlag ist dir gelungen.
      Anders:
      Du bist mit der Tür ins Haus gefallen.

      Ute, du hast aber Recht!

      Die Zahl 500 (hätte auch 200 lauten können) ist eine Vision eines jungen Mannes der sich mit der Bienenhaltung beschäftigen und evtl. damit eine Existenz aufbauen möchte!
      Die Beweggründe kennen wir nicht. Es war auch nur eine Anfrage ob es möglich ist.

      Wenn mir jemand, 1974 diese "Masse an Ausführungen" übermittelt hätte, wäre ich niemals den Bienen verfallen.
      Ich aber wollte keine Bienen halten, habe mich aber auf Drängen mit Widerwillen dafür entschieden und bis heute nicht bereut.

      Bei Olikun ist es umgekehrt, er will Bienen halten.
      Ich hoffe nur, er bleibt bei dieser Offenbarung, auf imkerlichen Kurs!

      Deinen Rat Ute teile ich voll mit dir und wir werden gemeinsam mit den Forumsmitgliedern Olikun, auf eine angenehme weiche Tour, helfen sein Ziel zu erreichen!
      Euer Bienenrudi ;)

      Klugheit ist, die Kunst zu Erkennen, was man übersehen muß. (W. James)
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    • Um in diesem Traed zu bleiben!

      Ich empfehle dir, abonniere die Bienenzeitung "Das Bienenjournal"!

      Vielleicht kannst du als Bonus einige Ausgaben zusätzlich bekommen.

      bienenjournal.de/
      Euer Bienenrudi ;)

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    • Liebe/r Fragende/r, lieber Rudi.

      Ich weiß ja immer noch nicht, ob die Frage nach dem Geschäftsmodell und die Frage nach dem Honigverkaufspreis aus einer Feder stammen. Beide Fragen zielen aber auf die Perspektive Geschäftsmodell und wie realistisch das ist. Es ist also niemandem gedient, um den heißen Brei zu reden, sondern ernst zu nehmende Hürden aufzuzeigen.

      Meine Antwort hat nichts damit zu tun, jemanden vom Imkern und von seinem Vorhaben abzuhalten oder es zu vermiesen. So möchte ich mich nicht verstanden wissen.

      Für mich waren die Fragestellungen deutlich und klar formuliert und ich halte es dann auch im Sinne des Fragenden für angebracht, sachlich zu antworten. Manche Dinge können eben nicht in 3 Worte gefasst werden, auch und gerade zum Schutz des Fragenden.

      Ausdrücklich: Lasse Dich nicht entmutigen. Sich mit Bienen zu befassen ist Lebensfreude pur!

      Viele Grüße
      Ute
    • Zur Info über die Inhalte der Kurse!

      Startschuss für unser Kursprogramm 2019!
      Über diesen Link können Sie sich ab sofort anmelden:
      laves.niedersachsen.de/tiere/b…ngskurse-2019-169099.html
      Euer Bienenrudi ;)

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    • Bienenrudi schrieb:

      Zur Info über die Inhalte der Kurse!

      Startschuss für unser Kursprogramm 2019!
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      laves.niedersachsen.de/tiere/b…ngskurse-2019-169099.html

      also irgendwie gibt es hier in Dresden kaum wirklich Imker Kurse. Habe nur diesen VHS Kurs gefunden der 2 Tage geht, aber nicht mal annähernd solch ein Angebot an Kursen wie ich es unter deinem Link finde
    • Hier der Link auf die Kontaktseite des Imkervereins DD: imkerverein-dresden.de/kontakt/
      Dort an den Toni Kaden wenden, der gibt die Kurse. Unter Termine sind nur die vergangenen Kurse zu finden, die Termine fürs nächste Jahr stehen noch nicht drin.
      Ansonsten, ich habe vor 7 Jahren beim Herrn Wittig in Rhäsa bei Nossen den Imkerkurs gemacht. Dazu hier der Link: imkerkurs.de/veranstaltungen.php
      Auch wenn Dresden für "alternative Fakten" bekannt ist, aber wieviele Alternativen für Imkerkurse brauchst du? :P
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    • Was ich meinen Probeimkern für den Anfang als Orientierung in Sachen Literatur und Onlinekurs mit auf den Weg gebe:


      Für die perspektivische Betriebsweise:

      Buckfast-Biene in der angepassten Dadantbeute von Werner Gerdes

      Werner Gerdes ist Berufsimker und als solcher konzentriert er sich auf eine effektive Betriebsweise. Von daher bleibt er auch in seinem Buch effektiv und verzichtet auf lange Vorreden.
      Hinweis: Es muss weder die Buckfast-Biene noch das Dadant-Beutensystem sein. Seine Betriebsweise funktioniert auch mit der Carnica und auf jedem System mit hohen Brutraum (z.B. DN 1 1/2).


      Zur informativen Ergänzung zum Bienenwesen und zur Betriebsweise mit hohem Brutraum:

      Natürlich imkern in Großraumbeuten von Dr. Melanie von Orlow
      Dr. Orlow versteht es gut, Hintergrundwissen kurzweilig und plausibel zu vermitteln.
      Das Buch ist als Ergänzungsliteratur zu verstehen, nicht als Orientierung zur Betriebsweise.
      Bei "Sinn und Verwendung des Schieds" ff. wird es leider deutlich unkonkret. Der Schied ist das wesentliche Element in der Betriebsweise mit hohem Brutraum. Die praxisbezogene Anpassung des Brutraums kommt in diesem Buch zu kurz bzw. ist fehlerhaft beschrieben.
      Zur Betriebsweise im angepassten Brutraum kann man sich besser an Werner Gerdes Anleitungen orientieren!


      Guido Eich

      Die wichtigste Zusammenfassung und für uns Imker einer der wichtigsten Lehrmeister ist Guido Eich. Seine Monatsbetrachtungen 2009 sind kostenfrei als PDF erhältlich. Guido Eich weist darauf hin, dass er aus heutiger Sicht und mit den heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen ein paar Dinge in seinen Monatsbetrachtungen ändern bzw. ergänzen würde. Gleichwohl beleuchten seine Monatsbetrachtungen insbesondere die Bienengesundheit, die wir stets im Blick haben müssen. Guido Eich formuliert Eselsbrücken, die einem im Gedächtnis bleiben. Seine Betriebsweise war seinerzeit in Deutsch Normalmaß.
      Siehe unter "Wissenswertes": imker-blankenfelde.de/download


      Hat mich sehr viel Lehrgeld gekostet:

      „Einfach imkern“
      Der Titel ist irreführend. Dr. Liebig zielt mit seiner Betriebsweise ausschließlich auf die von ihm entwickelten Beuten im Deutsch Normalmaß ab. Ich habe (leider) mit den von ihm entwickelten Beuten meine Imkerei aufgebaut und zeige meinen Probeimkern deutlich die vielfältigen (!) Defizite und Probleme in seiner Betriebsweise und auch an seinem Beutensystem.
      Wirklich einfacher ist es, seit ich das vorhandene Beutensystem im Eigenbau auf einen hohen Brutraum (DN 1 ½) und auf die Betriebsweise von Gerdes (s. o.) umstellt habe, nur dass ich beutenbedingt leider den Honigraum nicht als Warmbau aufsetzen kann.


      Kein Buch, sondern Online-Kurs
      www.honigmacher.de
      Und außerdem jede Woche Dienstag Teamspeak bei uns im Forum!!!

      Der Winter ist lang. Viel Spaß ;)
      Gruß Ute

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Orza ()